sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.

Helfer werden zur Zielscheibe – Healthworkers under fire

Hinterlasse einen Kommentar

Der Leitartikel des Deutschen Ärzteblattes in diesen Tagen ( Dtsch. Ärztebl. 2014; 111(33-34): A-1398/B-1206/C-1150) befasst sich mit der zunehmenden Gewalt gegen Gesundheitspersonal und Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen seit Beginn des neuen Jahrtausends. Ein Grund dafür wird in der Verquickung militärischer und humanitärer Ziele gesehen. Als Beispiele werden die militärischen Interventionen westlicher Staaten in Irak und Somalia Ende der Neunzigerjahre genannt, die ausdrücklich zu humanitären Missionen erklärt wurden, da der Schutz der Zivilbevölkerung das eigentliche Ziel sei. Eine Intervention zur humanitären Mission zu erklären, gefährdet nachweislich die Sicherheit der Helfer, weil diese als Teil eines westlichen Systems bzw. einer Konfliktpartei wahrgenommen werden. Ob die klare Unterscheidbarkeit der unterschiedlichen Mandate und eine Verhandlung mit allen Beteiligten allein die Lösung wäre, ist zweifelhaft- zu viele verschiedene Konfliktparteien sind involviert, “ das fängt bei der Politik an, geht über das Militär, über Splittergruppen des Militärs, über religiöse Abspaltungen bis hin zu kriminellen Gruppierungen,“ so Tankred Stöbe, Präsident der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen.

Zu bedenken wäre in diesem Kontext, ob neben der Anwesenheit der humanitären Mandate eine militärische Intervention überhaupt Sinn macht. Andersherum betrachtet: wenn das Ziel die humanitäre Hilfe nach den Prinzipien der Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität ist, ist dann die Anwendung von Waffengewalt gegen eine der Parteien sinnvoll ( ebenso auch die Unterstützung einer der Parteien durch Waffenlieferungen)?

 

The title story of this week’s „Deutsches Ärzteblatt“ deals with the increasing violence against health workers and members of international non-government-organisations since the start of the millennium. A reason is seen in the combination of humanitarian and military aspects in one intervention. Examples are the military interventions of western countries in Irak and Somalia – these were explicitly called humanitarian missions because one aim was the benefit of the civilians. To declare a military intervention as a humanitarian mission highly endangers health workers and members of NGO’s, because they are seen as part of the western country or party of conflict. If only the clear  identification of those who help and those who are part of the military system would solve the problem is to be doubted – too many different parties, fractional parties, religious groups and criminal associations  are present in most of the conflict areas.

It seems to be of high importance to decide, if humanitarian care makes sense at all in the presence of military intervention at the same time. And, the other way round: should there be military intervention at all if the aim is humanitarian care?

Denkanstösse in Wort und Bild:

„Helfer geraten zur Zielscheibe“, der ausführliche Artikel: https://www.aerzteblatt.de/archiv/161342

„Medizinische Hilfe unter Beschuss“  https://www.aerzte-ohne-grenzen.de (oder der Titel als Schlagworte unter youtube)

„Beobachtungen eines Zeitungslesers“ unter ulrichkasparick.wordpress.com

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s