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Farbe. Linie. Sehen.

African ladies – Miriam and her Daddy Isaac

4 Kommentare

When Miriam came to the dressing room at Baraka Health Center, which was necessary at least three times weekly, there usually was a lot of laughter with the nurses. The 10 year old girl had a good sense of humor and was not lamentable at all, though there would have been enough reasons. When she was 3 years old her joints started to swell and there was much pain. Months of hospitalization followed to control her rheumatoid arthritis. But though they saw specialists and different medications were tested there was no cure. Her knee-joints got contracted and pressure sores developed. Her father Isaak left the other children with the grandparents up country to have time for his daughter, since in african hospitals an attendant is needed, who cooks and cares for the patient. Being a single parent now he lived in Mathare with Miriam.

Isaac’s dream was being able to go to work. Not being at the limits all the time. His wish would have been to sell greens, but with the always present option to be able to go to hospital with his daughter this was a risk. Selling electronic equipment would be easier – cell phones don’t get spoiled, when they are left behind for a month.

Miriam’s dream was to go to school. To be able to learn. She indeed was a bright girl. After being at the nearby school for disabled children she was not really content.  She did not feel retarded at all or so much disabled that she could not go to a ’normal‘ school. „It was much nicer there“ she said, with normal children and playing, though it was also a bit rough there, being knocked every now and then and  being treated like a normal child in spite of her wounds and pains. Since the school for disabled children is not only attended by mentally disabled kids, this will probably be the preferred place to go, they thought, since there are more teachers available for less numbers of children.

When a sponsor financed a buggy for Miriam, so that her father didn’t need to carry her all the time any more it brought a new bright colour to the waiting area at Baraka – she still was the only child being brought in her own little car now.

When I was back in Germany for three weeks, the pediatrician colleague told me, that Miriam had just passed away. There was so much life in this brave little girl, that this is hard to believe. 

The two have a special place in my memory…..

Wenn Miriam dreimal in der Woche zum Verbinden in den Verbandsraum in Baraka kam, hörte man immer wieder auch herzliches Gelächter.  Die Zehnjährige hatte einen guten Sinn für Humor und war kein bisschen trübsinnig, obwohl sie genügend Gründe dafür hätte. Als sie 3 Jahre alt war, traten die ersten Gelenkschwellungen auf. Wegen starker Schmerzen folgten monatelange Krankenhausaufenthalte, aber obwohl sie auch von Spezialisten gesehen wurde und es verschiedene Behandlungsversuche gab, gelang es nicht, ihre rheumatoide Arthritis unter Kontrolle zu bringen. An den Gelenken entwickelten sich Kontrakturen und Druckgeschwüre. Ihr Vater Isaac brachte die anderen Geschwister bei den Grosseltern unter, um Zeit für seine Tochter zu haben, denn in afrikanischen Krankenhäusern muss ein Begleiter für Essen und Pflege sorgen. Als alleinerziehender Vater lebte er nun mit Miriam in Mathare in einer der ärmlichen Hütten.

Isaac’s Traum war es, arbeiten zu können. Sich nicht ständig am Existenzminimum zu bewegen. Am liebsten würde er Gemüse verkaufen, aber mit der ständigen Option, Miriam in die Klinik begleiten zu müssen, war das Risiko zu hoch. Eine andere Möglichkeit wäre, elektronische Geräte und Zubehör zu verkaufen. Handys verderben nicht, wenn man sie einen Monat lang liegen lässt….

Miriams Traum war es, regelmässig eine Schule besuchen zu können. Etwas zu lernen. In der Tat war sie ein kluges Mädchen. Nach  Probebesuchen in der nahegelegenen Schule für behinderte Kinder war sie nicht wirklich zufrieden. Sie fühlte sich nun mal nicht behindert. „In der normalen Schule war es schöner, es gab andere Möglichkeiten zu spielen,“ berichtete sie. Allerdings ging es dort auch wesentlich rauer zu – den einen oder anderen Knuff einzustecken, kam nicht unbedingt ihrer körperlichen Verfassung entgegen. Da es in der anderen Schule nicht nur geistig sondern auch  körperlich behinderte Kinder gibt, hätte dies der bevorzugte Ort sein sollen.  Zumal auch die Anzahl der Lehrkräfte höher ist.

Dass Miriam einen Kinderwagen erhielt, so dass ihr Vater sie nicht mehr auf allen Wegen zu tragen brauchte, sorgte nicht nur für grössere Bequemlichkeit, sondern brachte auch einen ungewohnten Farbklecks in die immer sehr volle Wartezone in Baraka – sie war bisher die einzige, die in ihre eigenen Gefährt sitzen konnte….

Drei Wochen nach meiner Rückkehr aus Nairobi berichtet mir die Kinderärztin, dass Miriam gestorben sei.  In Erinnerung an ihre Tapferkeit und Energie ist das schwer zu begreifen.

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4 Kommentare zu “African ladies – Miriam and her Daddy Isaac

  1. Mir gefällt dein Schreibstil bei den „african ladys“ sehr gut. Nüchterne Worte, die einen liebevollen Text ergeben. Das ist wahrscheinlich auch genau die Einstellung, die für die Entwiklungszusammenarbeit nötig ist: nüchterne Taten mit liebevollem Herzen.

  2. Was soll man da sagen? Gefällt mir anzuklicken hielt ich fuer unpassend.
    Danke fuer diesen Blick auf die Endlichkeit. Gruß Juergen, momentan in der Nähe von Almeria.

  3. Deine Berichte sind immer wieder interessant und berührend!
    Was für ein tapferes , kleines Mädchen! Auf dem Bild lässt sich ahnen, was für einen liebevollen Vater sie hatte! An was ist denn Miriam gestorben? Hat der Vater eine neue Arbeit?

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