sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.

Ni ta kwenda – I will go – Ich werde gehen

23 Kommentare

Nach dem Malen von Flügeltieren nehme ich nun selbst ein paar Flügel in Anspruch und starte nach Nairobi in den Mathare Valley Slum, um dort, wie im letzten Jahr, für 6 Wochen im Projekt der German Doctors chirurgisch mit zu arbeiten. Die Ambulanz inmitten des Slums hat ein Einzugsgebiet von ca. einer halben Million Menschen, die auf engstem Raum unter erbärmlichen und ungesunden Bedingungen wohnen. Viele von ihnen sind tapfer und fleissig, versuchen, das beste aus ihrer Situation zu machen und eine Arbeit zu finden, die sie irgendwann einmal befähigt, in eine bessere Wohngegend zu ziehen. Manche gehen auch in ihrer Armut unter.

Die ärztliche Tätigkeit dort ist eine so ganz andere, was die Krankheitsbilder angeht: lange verschleppte Verletzungen und Brüche, schwere Infektionserkrankungen und Mangelernährung. Kaum haben wir bei der Arbeit in Deutschland mit tuberkulosebedingten Knochenbrüchen, Krätze oder Hauterkrankungen im Rahmen von AIDS zu tun, dort aber täglich. Fünf ehrenamtliche Ärzte sind, sich 6-wöchig abwechselnd, das ganze Jahr über zur Unterstützung unserer einheimischen Mitarbeiter vor Ort, und letzteren gebührt grosser Respekt – müssen sie sich doch ständig auf neue Ärzte einstellen und arbeiten  tagaus, tagein an einem Ort, der weder schön noch sicher ist, nicht wie wir, die dies mal eben als sinnvolle Ferienbeschäftigung sehen und jederzeit wieder in unser reiches Land zurück kommen können.

Es geht nicht darum, die Gesellschaft zu verändern oder etwas Grosses zu bewirken, aber darum, für ein paar Menschen die Lebensbedingungen ein wenig zu verbessern. Im besten Fall so, wie meine Freundin und Kollegin Simona mir am Anfang unseres Studiums auf ein Merkkärtchen schrieb: „Selten heilen, oft erleichtern, immer trösten“.

Infos über das Projekt unter  www.german-doctors.de

Buchtip: Sabine Waldmann-Brun: Rote Erde – Notizen aus der ärztlichen Arbeit in Afrika. Iatros-Verlag, Sonnenfeld 2015, ISBN978-3-86963-378-7, 16 Euro (mit Zeichnungen)

Foto: Claudio Allia

Having painted so many winged creatures, I will spread out wings now myself and fly to Nairobi, where I will join the german-doctors-team in Mathare Valley Slum again to work there for 6 weeks in surgery. The OPD in the middle of the slum is there for about half a million people who live in this crowded area under extremely unhealthy conditions. Many of them are brave and hardworking to survive and some day leave for a better place, some just drown in their poverty.

Medical work is much different there – untreated trauma, severe infectious diseases and malnutrition. Seldom we see tuberculous fractures, scabies or rashes due to AIDS here in Germany, there it is every day’s work. Five doctors, changing every six weeks, are present all year to support our local staff – and those really are to be admired: having to get used to changing doctors all the time and working constantly at a place that is neither beautiful nor safe. Not like the german doctors, who stay there for a useful vacation and can go back to their home in a rich country  at any time.

We will not change conditions in the whole, but try to make the situation a bit better for some people. If we do it in the right way , it meets the words, written on a card by my friend and colleague Simona at the beginning of our medical studies:                                                                             „To cure – rarely, to relieve – often, to comfort – always“.

Information about german doctors on http://www.german-doctors.de

 

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23 Kommentare zu “Ni ta kwenda – I will go – Ich werde gehen

  1. Das Motto am Ende des Beitrags gefällt mir sehr. Ich wünsche dir von Herzen eine gute Zeit in Nairobi, Sabine, und würde mich freuen, irgendwann mehr über den Einsatz zu lesen.

  2. Liebe Sabine!
    Ich bin immer wieder beeindruckt von Deinem Engagement und Deinem Mut. Gott sei Dank gibt es Menschen wie Dich.
    Für Dein neues Abenteuer wünsche ich Dir alles Gute, Glück, Durchhaltevermögen und eine erfolgreiche Zeit. Pass auf Dich auf! Ich denke an Dich.
    Liebe Grüße Juergen

  3. I send good wishes with you, and I find your work inspiring and thank you for it.

  4. Dera Sabine, the world needs people like you!! I know you stated earlier that you feel it is not enough but everything you do in brining good into this world , will affect lives of many people. Please take good care of yourself and I look forward to your safe return! With love from Ohio, Johanna

  5. Liebe Sabine, Dir eine gute Zeit. Ich werde an Dich denken. Liebe Grüße, Birte

  6. The very best to you Sabine, thank you for sharing about your coming journey. We have so much to be grateful for.

  7. Dann schnürst du also wieder deine Sachen?
    Ich wünsche dir trotz all der Härte, der du dich stellst, eine gute Zeit, viel Kraft und Zuversicht und immer wieder mal ein dankbares Lächeln ! Liebe Grüße von Petra und auf ein „Wiedersehen!“;)

  8. Can you believe that just 62 people apparently own as much as the poorest half of the world!

  9. I love the words. Your photo is so humbling. It’s so easy to forget how others live.

  10. Ich habe die Slums und ihre Bewohner von Lagos, Nigeria gesehen und ich bewundere den Einsatz für die Ärmsten der Armen sehr. Man wird ganz bescheiden und ist mit weniger zufriedener, wenn man das einmal erlebt hat. Meine Tochter, damals 16 Jahre alt war auch so entsetzt über diese Lebensumstände. Niemand der das nicht hautnah erlebt hat, kann sich das vorstellen.

    • Ja, Sylvia, das stimmt, und die Kunst, sich das vorzustellen, erfordert noch ein zweierlei: man kann sich die Armut nicht vorstellen, aber auch nicht, wie würdevoll man darin noch leben kann. Ich denke, das ist die grösste Entdeckung dort, dass Armut und Schönheit einander nicht ausschliessen.

  11. liebe sabine, ich wünsche dir eine angenehme und interessante zeit … hebs guet, liäbe gruess aus der schweiz … liliane
    … dieses jahr wirds leider kein wiedersehen geben in der baraka … sniff

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