sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.

Herbstsonett auf dem Bergrücken

3 Kommentare

(staunend, an den Schöpfer)

 

Moosig türmst Du Falten über Felsgestein,

tierhautähnlich schmiegt sich Wald an Buckelhöh’n.

Wasseradern willst ins Tal Du stürzen sehn

Wolkenflausch hüllt hier und da noch Kuppen ein.

 

Grauoliv und grüner Ocker, Grashaar, fein,

lässt als Wiesenpelz Du zwischeninnen stehn.

Käferuhren dürfen schwarz und rot sich drehn.

Braun behütet stehen Pilze, rau und klein.

 

Fährst mit zartem Finger Du durch Kaltgeröll,

linienziehend, spielend wie ein Riesenkind,

formt sich Erde, keimen Kraut und Gräserfell.

 

Baust mit Deinen Händen unser Erdgebind,

sprichst ein Wort und Nachtgestein wird augenhell.

Stein wird Erde, wo Dein Weg mit mir beginnt.

 

(ein Centovalli-Gedicht, entstanden in gemütlich gedehnten Stunden, mit Spass an dem Bastelprojekt der höheren Wortmathematik dieser Gedichtform).

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3 Kommentare zu “Herbstsonett auf dem Bergrücken

  1. Liebe Frau Waldmann-Brun!
    Eine sehr schöne herbstliche Melodie, die Sie hier visualisiert haben.
    Besonders gut gefällt mir „tierhautähnlich“. Das trifft es wirklich sehr gut. Ein Aquarell wie auf einem Stück gegerbtem Leder oder einer ursprünglichen Höhlenmalerei! Der Steinzeitmensch frohlockt! 🙂
    Herzliche Grüße von der Alm
    Mallybeau

  2. 😉 ach, hab gerade entdeckt dass es im September war, während der „Malwoche“ … toll

  3. … oh, welch wundervolle Wortschöpfungen … vielen Dank dafür … LG
    (waren Sie erst kürzlich in diesem Tessiner Tal?)

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