sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.

Jumamosi – Samstag

8 Kommentare

Auszeit – Spaziergang, auch mit Giraffe

Zeit, langsam zu sein.

Was nicht einfach ist in  Begleitung der safariverwöhnten Kollegen, die sich langweilen, wenn nur eine Giraffe den Weg kreuzt, aber nicht eine ganze Herde – wenn nur zwei Gazellen und nicht mindestens 24 Warzenschweine mit aufgestellten Schwänzen angesichts der sich nähernden Beobachter die Flucht ergreifen. Nicht einmal EINE Löwengruppe wäre hier ausreichend, es müssten schon mehrere sein, aber Löwen gibt es hier heute nicht, nur eben EINE Giraffe, die anderen haben, so sagt uns die junge Guide, die mit uns durch den Staub stapft, den Zaun überwunden, denn es gibt hier auch kaum noch Wasser, und in unmittelbarer Nähe, aber eben ausserhalb der Gebietsabgrenzung, liegt der Naivasha-See.

Die eine Giraffe ist eine Freude für mein giraffenaffines Herz, lange könnte ich zubringen in der Betrachtung dieses grossen, schönen Tiers.

Die Eile, eine grössere Nähe herzustellen, führt, wie erwartet, zum Rückzug.

Stehen bleiben. Wolken zählen,  die vereinzelten, in der Hitze schnell verwehenden, auf samtblauem Himmel. Den Schattenzug  beobachten, der die runden Berge in Indigo färbt, die sich hier und dort aus den sich bis zum Horizont ziehenden, geraden Landschaftslinien wie grosse Maulwurfshügel erheben, und Dunkelstreifen langsam über die weite Ebene schiebt.

Auf trockenem, fast weissgolden in der Sonne dörrendem Grasland stehen die Marabus, wohl 30, wohl vierzig, eine Schar gemächlicher, grau befrackter Herren mit rosig haarlosen Köpfen. Bei vorsichtiger Annäherung ordnet sich die Gruppe neu, in zeitlupenförmigen Gangmustern sich formierend. Der die Kronenkraniche und andere vordergründigere Schönheiten bevorzugende Durchschnittstourist wird sie als hässlich betiteln. Und vermutlich entgeht ihm der Schatz, den es, in abwartendem Schritt über das Land entlang der Marabupfade, zu entdecken gibt: eine Flaumfeder, gross, weiss, hauchzart, eine im leisesten Windhauch vibrierende, vielgliedrige Kostbarkeit, deren Spitze eine feine, dunklere Locke bildet…

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8 Kommentare zu “Jumamosi – Samstag

  1. sehr gern habe ich mich mit dir auf dies langsame Sehen eingelassen, und mir schien, als lägen vor meinen Augen Bilder, die du gemalt hast. Afrika gibt dir viel, und du weißt es mit Bedacht und Zartgefühl zu nehmen.

  2. Schöm hast du das beschrieben, die Schätze der Ruhe und Langsankeit!

  3. Ich wäre sehr gerne dabei gewesen!!!
    Liebe Grüsse. Priska

  4. Not seeing lions would never bore me ;o) I am happy you find some time for other things too. Your drawing is so beautiful, how I envy your capability to make some beautiful with just a few lines. Love and Peace to you, xo Johanna

  5. So viele haben das Staunen verlernt! Ich erfreue mich an deinem …
    herzliche Grüsse
    Ulli
    und ja, alleine eine Giraffe in freier Wildbahn wäre mir eine Riesenfreude …

  6. Oh ja, ich erinnere mich an deine Schlafzimmerwandgiraffe 🙂 Unter deinem Beitrag gibt es Hinweise auf Beiträge mit ganz reizenden Giraffenfotos. Aber du bekommst sie ja in natura zu Gesicht …

  7. was für eine liebevolle Beschreibung und dein passendes Bild, gefällt mir sehr!!!!

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