sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


Im Boot – Ausstellung Gnadenthal

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Herzliche Einladung zur Ausstellung! Eigentlich steht alles Wichtige auf dem Flyer…

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Skizzenbuch Kenia – Good Times Boat


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Sketchbook Nairobi: Dancing – Tanzen

Auch unsere einheimischen Kollegen, hier die Ladies in ihren Festkleidern, ja, eigentlich alle Gäste inclusive Chefs und ausländische Gäste haben beim Fest (20 Jahre German Doctors in Nairobi) ausführlich getanzt, und ach, die Musik….Rhythmus, Sonne, Lebenslust!!!!

All those – the ladies as above, but also the superiors, the foreign visitors and and and, who joined the celebration of 20 Years of German Doctors in Nairobi  did a good dance. And oh, the music…. rhythm, sunshine, joyfulness!!!!


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Skizzenbuch/Sketchbook Kenia

Farbnotiz zur 20-Jahrfeier von German Doctors in Nairobi: Lesung mit Sonnenschirm im Festgottesdienst unter freiem Himmel!

Colorsketch from the jubilee: 20 years of German Doctors in Nairobi! The reading for the sermon of the celebration’s church service under a blue sky and hot sun!

…mehr zum Projekt unter http://www.german-doctors.de


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Auszeit am Meer

Ich höre:

warst du schon du musst unbedingt noch warum hast du nicht das muss man gesehen haben hast du auch dies das jenes und dann noch solches gesehen dieses museum und jenen berg und diese safari und den strand gegenüber und den jazzclub nimm doch ein boot und die city hierdadort

Ich bleibe an einem Ort, gehe täglich denselben taglangen Weg am selben Meer entlang und denke: nicht eine Minute später ist es noch der gleiche Ort, die Dynamik im Kleinen und Grossen ist überwältigend…

Ich sehe:

Das Farbenspiel des Sonnenlichts bis zum Abend

die Feinstrukturen im Sand

die Wellenlinienveränderungen

die Türkiswasserbrechungen mit Blau

das Sandgeriesel in verschiedenen Windinteraktionen

Eselaugen-Blicke

drei schwarze Akrobaten beim Radschlagen am Strand

Mütter im Tschador beim Schwimmen

Grünstrunkvarianten

Schattenformationen

das unverschämt fröhliche Rot eines Bootes

lachende, entspannte Einheimische beim Baden

Pflanzensterne

das Erblauen der Freitagsmoschee in der Abenddämmerung

und

das

Fliessen

der

Zeit

.

.

.

 


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African Ladies – Caroline, Nurse

After Caroline had finished Highschool in 1999, it still was a long way to make her dream come true: to be a nurse. Waiting for application at nursing school, she started with computer studies and other small courses, then she could jump in working as a translator at Baraka, since one of her cousins was a nurse over there.

And then her father died.  Being the 2nd born, she also was responsible for the family support. And though it looked like her dream was to be given up, finally a door opened: a sponsor was found and now Caroline could start. 

And she did, and worked hard, and even her boyfriend was told to wait until her last exam was done, before starting their own little family could become a topic. 2013, one year after the final exams, they married and in the following years their two little boys were born. 

Now Caroline is working in Baraka as a registered nurse,  the „in charge“ of the dressing room.  „Baraka has made me who I am“ she tells me, and therefore this is exactly the right place to be. 

Dreams? Maybe some day specialize in pediatric care or theatre nursing. The biggest dream would be her own clinic, general medicine, with 30 patients per day to be treated. 

„No matter where you are – you can climb a ladder, if you have patience“, she says. That is her motto and her way is the proof!

Nachdem Caroline ihren Highschool-Abschluß in der Tasche hatte, war es noch ein langer Weg, bis sie in ihrem Traumberuf ankommen konnte. In der Wartezeit auf einen Ausbildungsplatz machte sie einen Computerkurs, weitere kleine Fortbildungen und konnte schliesslich durch die Vermittlung einer Cousine, die in Baraka bereits als Krankenschwester arbeitete, dort als Übersetzerin einspringen.

Doch dann starb ihr Vater, und als Zweitälteste war nun die Sorge für die Familie auch ihre wichtigste Aufgabe. Fast schien es, als müsse sie ihren Traum begraben, aber dann öffnete sich doch noch eine Tür: durch einen Sponsor konnte sie die Krankenpflege-Ausbildung beginnen. Konsequent und mit festem Blick auf ihr Ziel ging sie diesen Weg, und selbst ihr langjähriger Freund musste sich mit der Gründung einer eigenen kleinen Familie gedulden, Caroline wollte zuerst ihr letztes Examen in der Tasche haben. 2013, ein Jahr nach ihrem Studienabschluss,  heirateten sie.

Und hier ist sie: die verantwortliche  Krankenschwester für den Dressing Room in Baraka Health Center und Mutter von zwei kleinen Jungen. „Baraka hat mich zu der gemacht, die ich heute bin“, sagt sie, und fühlt sich genau am richtigen Platz.

Gibt es Träume? Ja, vielleicht irgendwann – eine Zusatzausbildung in Kinderkrankenpflege oder Arbeit im OP. Oder eine eigene Klinik, eher allgemein medizinisch, mit der Behandlung von um die 30 Patienten am Tag… aber noch nicht jetzt.

„Wo auch immer du gerade bist, du kannst auf der Leiter ein wenig höher klettern, wenn du nur Geduld hast!“ sagt sie, und ist der lebendige Beweis dafür.


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Kenyatta Hospital

Bewusst wollte ich „einfach so“ kommen, ohne Termin oder vereinbarte Führung. Wie oft habe ich Patienten sagen hören „bloss nicht in dieses Krankenhaus!“ Warum nur? Schliesslich ist es die Uniklinik, unser wichtigstes Überweisungshospital. Die Schwestern  im dressing room sagen: „Wenn man dorthin geschickt wird, muss es sehr schlimm um einen stehen. Sozusagen kurz vor’m Sterben. Meinen die Patienten. “ Und die langen Wartezeiten werden angeführt, die Scharen von Patienten. Und dass man in der Menge verloren gehe, ja, im Flur sterben könne, ohne dass es jemand merkt. Und, wenn man die Wartezeit überlebt habe und dann endlich gesehen worden sei, dann schnell wieder nachhause geschickt wird…

Am Sonntagmorgen breche ich auf, um mir ein Bild zu machen. Ausserdem möchte ich nach einem Patient mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma sehen, den wir vor einer Woche eingewiesen haben: ein junger Mann, bei dem im CT eine Hirnblutung gesehen wurde. Das einzige, aber gewichtige Problem dabei: ich habe mir den Namen nicht notiert im Rahmen der Überweisung. Ich hatte nicht wirklich mit einem so gravierenden Befund gerechnet, und der Patient wurde vom CT aus sofort in die Klinik gebracht.

Der riesige, farblich in die Jahre gekommene Gebäudekomplex wirkt auf den ersten Blick klotzig und düster. Und gleich am Eingang der Notaufnahme herrscht Ausnahmezustand: die Lady am Registration Desk ist ausser sich, sie weint und betet laut, gerade wird eine Trage mit einem Leichnam heraus gefahren, auf dem Boden eine Blutlache. In der grossen, aber niedrigen Eingangshalle warten zahllose Patienten auf Stühlen und Tragen, ein Überwachungsgerät-Pfeifkonzert liegt über der schweigenden Menge, alle durch Plastikvorhänge abgetrennten Sprechzimmer sind belegt. Durch den verwinkelten Eingangsbereich hindurch geht es am OP vorbei in das Innere des Gebäudes, zunächst in einen hellen Flur mit wandfüllenden Mosaiken, die von den Schülern verschiedener Schulen im Land aus Kachel-, Spiegel- und Glassplittern gefertigt wurden. Sie sind festlich, bunt und schön: Dschungeltiere grüssen, Landschaften, gute Wünsche, eine Frau mit Maispflanzen, Sonne, Mond und Sterne.

Vom diesem langen Hauptgang gehen verschiedene Wege ab: zur Antikorruptionsbox, zum Fotokopierraum, vor dem eine lange Schlange von Patienten und Mitarbeitern wartet und zum Department Recovery nach Gewaltverletzungen. Ich biege auf den Weg zu den Stationen ab.

Das zentrale Treppenhaus ist wieder eher düster, eine Baustelle: Holzstapel liegen herum, es riecht nach Urin. Von irgendwoher weht Gesang herüber, ein flottes Kirchenlied, in dem die Sonne scheint.Im 2. Stock findet gerade ein Gottesdienst statt für die Patienten. Ein freundlicher Wachmann zeigt mir den Weg. Alle Plätze sind mit Patienten und deren Angehörigen besetzt. Auf dem Rückweg vom Churchservice zum Treppenhaus fangen mich zwei kleine Jungs in Krankenhausschlafanzügen mit Bärenmuster ab. Sie wollen Hände schütteln. Es gehe ihnen schon viel besser nach der OP, sie zeigen mir ihre Bauchpflaster.

Die Anzeigetafel neben den Fahrstühlen zeigt die spezielle Chirurgie im 4. und 5. Stock. Eigentlich ist keine Besuchszeit und auf manchen Fluren stehen Schilder „please wait, procedures in progress“. Aber vor mir marschieren auch andere Besucher beherzt daran vorbei. Auf 5A frage ich eine freundliche Schwester nach unserem Patienten. Sie schickt mich nach 5B. Auch hier ein heller, sauberer Flug, die Zimmer ähnlich wie auf der anderen Station, ein Aufenthaltsraum mit Fernseher, aus dem eine füllige Lady gerade einen Gospelsong schmettert, ein grosses, bunt gestaltetes Zimmer für die Kinder zum Spielen.

Auch die Schwester von 5B ist freundlich und erklärt, es gebe ein Zimmer mit Gesichtsverletzungen, aber von dem besagten jungen Mann wisse sie nichts. Ich solle auf 4B und C schauen, der Neurochirurgie. Auf 4C informiert mich eine wiederum sehr hilfsbereite Schwester, dass 4B richtig sei, B for boys. Auf 4B schliesslich fragt die zuständige Schwester detailliert nach Vorgeschichte und Patient, schaut in zwei Zimmern nach, fragt die Patienten, ob einer aus Baraka überwiesen worden sei und schickt mich dann in den 6. Stock. Ohne Namen könne es allerdings schwierig werden. Doch wie schön, dass ich den Patient besuchen käme! Ich staune über so viel Geduld und Freundlichkeit gegenüber meiner Schusseligkeit und schlechten Vorbereitung dieser Aktion und beschliesse, nun nicht weiter zu stören. Schade, dass ich den Patient nicht gefunden habe. Vielleicht ist er schon wieder entlassen worden?

Wieder zurück aus dem verschlungenen Innenleben der Klinik gehe ich zum Ausgang zurück, wo wieder Normalität eingekehrt ist. Die Blutlache ist verschwunden, die aufgeregte Lady wieder konzentriert bei der Sache. Es ist ruhig, die Sonne scheint, und in dem kleinen Park vor der Ambulanz liegen und sitzen Patienten und Besucher im Schatten der hohen alte Bäume. Aber jetzt hat mich eine Watchlady entdeckt. Ob ich jemand besuchen wolle? Meine Papiere? Ihr Walkietalkie knattert. Sie schickt mich mit strengem Blick zur Verwaltung, dort solle ich einen Termin zur Besichtigung machen und mir das entsprechende Türöffnungspapier besorgen. Ich erzähle ihr ein bisschen, warum ich einen Blick in die Klinik werfen wollte und wie gut mir die Mosaiken gefallen haben. Sie lächelt, jetzt doch noch, aber bevor ich noch einmal käme, solle ich mir die schriftliche Erlaubnis holen.

Zum Glück habe ich nun schon einen eindrücklichen und positiven Eindruck erhalten: ein sauberes, bewusst gestaltetes Krankenhaus, Ordnung, Freundlichkeit, kleine Patientenzimmer mit maximal 6 Betten. Soweit von aussen ersichtlich, stimmen zumindest schon einmal die Vorzeichen. Auch das Motto „we care and listen“, das von den schwarzen Brettern in Treppenhaus leuchtet, ein guter Arbeitstitel. Nun kann ich zumindest meinen Patienten in dieser Hinsicht Mut machen, wenn sie sich nicht mit einer Überweisung anfreunden können…