sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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Ein Tag…

…im Baraka-Healthcenter im Mathare-Valley-Slum (für die Chirurgin – die Auswahl für die Kinderärztin oder die Ultraschallexpertin sieht dann nochmal ein bisschen anders aus) – es stellen sich vor: eine ältere Patientin mit Rückenschmerzen ( die den ganzen Tag Gemüse verkauft), eine jüngere Patientin mit Rückenschmerzen (die in einem Hotel arbeitet), eine alte Dame mit Hüftschmerzen, ein jüngerer Mann mit Wunde am Bein, die mit Curry bestreut wurde (farblich interessant, aber nicht heilsam), ein älterer Herr mit Darmentzündung, ein Schilddrüsenproblem (das sich hier nicht lösen läßt), ein Verbandswechsel bei einem kleinen Mädchen, nur am Bein, zum Glück, das während der gesamten Prozedur wie am Spieß schreit, die Tante solle die Polizei holen, ganz schnell, damit die Muzungu (ich) verhaftet wird, sie sei Kenianerin ( die Tante und die Übersetzerin können kaum an sich halten vor Gelächter), Verbrennungen im Intimbereich bei einem jungen Mann, seit einer Woche unbehandelt und entzündet, ein Verbandswechsel bei einem Abszeß an der Pobacke, ein junger Mann mit alter Wunde am Bein, eine Verbrennung an Bauch und Po bei einem kleinen Jungen, ein Schulmädchen mit einem falsch eingegipsten, aber trotzdem gut verheilten Unterarmbruch, ein bösartiger Brust-Tumor bei einer alten Dame, die bisher auf Lungenentzündung behandelt wurde (was nicht half), ein junger Mann, der vor einem halben Jahr einen fixateur externe hatte und jetzt eine Osteomyelitis, eine Platzwunde am Kopf bei einem von der Polizei geschlagenen Patienten ( vermutlich nur ein Teil der Geschichte), ein junger Mann mit einem riesigen Bluterguß in der Leiste bei anderswo operiertem Lipom, eine ältere Dame mit Knöchelfraktur, die wir insgesamt 5mal bitten, die Maske wieder aufzusetzen, eine junge Frau mit einer Schleimbeutelentzündung an der Schulter (vom Tragen schwerer Dinge), ein jüngerer Mann mit einer Metallplatte im Unterschenkel und eiternder Wunde ebendort (ganz schlecht), ein gebrochener Unterarm bei einem Baby, eine Oberschenkelfraktur bei einem Schuljungen (bei der als preiswerteste Variante nur der schwere, unpraktische Becken-Bein-Gips bleibt (siehe Foto, die weißen Hände sind meine beim Halten des Beins in der richtigen Position), ein kleines Mädchen mit Verbrennung an der linken Hand (lautes Gebrüll von der Patientin, dann ebenfalls vom Brüderchen, das bei der Übersetzerin zwischengelagert wird und schließlich noch, um das Trio zu vervollständigen, ein anderes Kleinkind, das auf seinen Gips wartet), Nackenschmerzen bei einem Bauarbeiter, Rückenschmerzen bei einer Verkäuferin, ein Gipswechsel bei einem hustenden Kind, ein älterer Herr mit Unterschenkelgeschwüren, verkrustet und eitrig, eine junge Frau mit Krampfadern, die den ganzen Tag stehen muß, eine 19jährige, bei der der 1. und 2. Lendenwirbel zusammen gewachsen sind, mit Rückenschmerzen, eine mittelalte Frau mit metastasiertem Brustkrebs, ein junger Mann mit Husten (der sich als Tuberkulose herausstellt), eine Warze am Finger einer älteren Dame, ein entzündeter Finger bei einer Schülerin und zu guter Letzt: der kleine Fidel Castro (doch, der Einjährige heißt wirklich so) mit einer dicken Eiterbeule an der Stirn, von der er befreit wird (zum Schluß also nochmal ein höherer Geräuschpegel).

Bei so vielen Problemen anderer Art vergißt man hin und wieder, dass es da noch eine Krankheit gibt, die mit C anfängt, sowieso hier nicht nachweisbar, und ein bißchen untergegangen in dem ganzen anderen Gehuste hier bei Tuberkulose und Lungenentzündung und vor allem der elend schlechten Luft hier… Aber:

Wie war dieses letzte Jahr für dich, frage ich Charles, unseren Fahrer. Oh, es war hart, sagt er, ein wirklich schwieriges Jahr. Ich habe so viele Freunde verloren an das Virus. Wie konntest du wissen, dass es Corona war, wo es doch fast keine Tests gibt, möchte ich wissen. Ach, die Regierung sagt einfach, bei jedem, der die entsprechende Symptomatik hat, muß es Covid sein. Und weißt du, erklärt er, sie mußten, als es ihnen mit Atemnot schlecht ging, in die Klinik. Das war schonmal ein Problem, weil so viele Kliniken gestreikt haben. Aber wenn es einem ganz schlecht geht, testen sie einen dann doch. Und dann hat man sie auf irgendeine Isolierstation gelegt und niemand hat sich um sie gekümmert. Das Personal hatte Angst vor ihnen. Er macht eine Pause. Ich glaube, sie sind einfach an Vernachlässigung gestorben…sagt er nach einer Weile.

(weitere Informationen über unsere Projekte unter http://www.german-doctors.de)


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Dienstreise nach Athi River

Auch unsere noch junge Zweigstelle, 30 km staubige, stark befahrene Straßen von Nairobi entfernt und von mehreren Slums umgeben, soll nun mit zwei Ärzten besetzt werden. Eine der Kolleginnen hat dort gerade ihr Internistenzimmer frisch eingerichtet, und da erst am nächsten Montag ein weiterer Kollege anreist, ist diese Woche jeweils einer von uns Nairobiärzten zum Mithelfen dort. Am Mittwoch bin ich dran. Vorher gibt es noch ein wenig in Baraka zu tun, damit wir nicht zur Hauptverkehrszeit stundenlang im Stau stehen müssen. Einige Verbandswechsel sind auch noch zu machen und eine Patientin kommt zur Notfallversorgung von frischen Verbrennungen – ihr ist ein Kohlkopf in das heiße Mandazibackfett gefallen. Das halbe Gesicht, Arme und Beine sind verbrannt.

Endlich geht es los, und leicht eingestaubt treffen wir am späten Vormittag ein. Klein und liebevoll eingerichtet ist die Fanaka- Klinik, im Flur wartet bereits eine halbe Schulklasse auf uns, alle mit trockenem Husten, Fieber und Kopfweh. Bauchweh haben auch einige, wobei meine Übersetzerin das Schulessen verdächtigt und vorschlägt, ich soll einen Menüwechsel anordnen. Da es täglich Bohnen gibt, könnte das möglich sein, ich bin aber nicht einverstanden, weil ich weiß, dass die Alternative ein Kohlgericht ist. Dann doch lieber die Bohnen…Eine der Standardabfragen bei Anmeldung ist: Covidcontact? Ich staune, wie beherzt alle dies verneinen. Wo nicht getestet wird, hat auch keiner Covid, oder?

Es folgen eine junge Frau mit geschwollenen Beinen, die nicht geschwollen sind, ein junger Mann mit Ganzkörperschmerz, ein weiteres Kind mit Bauchweh, eines mit Ausschlag, Wunden, Schwellungen hier und da und Halsschmerzen. Insgesamt ist das Spektrum nicht ganz so katastrophenträchtig wie in Baraka und auch die Patienten noch nicht so zahlreich. Aber das ändert sich bereits, es hat sich schon herumgesprochen, daß hier Hilfe vor Ort ist, auch in Zeiten, wo anderswo gestreikt wird. Meine Übersetzerin ist gründlich und sehr freundlich, überhaupt alle sind sehr engagiert und stellen gern ihren Arbeitsbereich vor. Die Sonne scheint von einem fast wolkenlos prallblauen Himmel auf die Warte- und Anmeldebereiche, die sich alle überdacht im Außenbereich befinden und wenn Zeit für ein Päuschen ist, kann man von den Mitarbeitern erfahren, wie sich das Projekt entwickelt hat.

Abends geht es von Stau zu Stau wieder zurück, die Kollegin ist gut in ihrem neuen Domizil in der dortigen Doctors-WG angekommen. Wir sind gespannt, wie das neue Projekt sich entfalten wird. Die Voraussetzungen sind auf jeden Fall gut!

Mehr über unsere Projekte unter http://www.german-doctors.de


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Nairobi ´sches Allerlei

Nairobi kleidet sich bunt, hektisch, laut und abstandsarm wie sonst auch. Nicht alle tragen Maske, obwohl dies gerade überall in der Öffentlichkeit Vorschrift ist, und wer eine trägt, schützt mehrheitlich Bart oder Kinn. In unserer Ambulanz herrscht wie gewohnt reger Zulauf. Das Team zur Umsetzung der Hygienevorschriften hat gute Arbeit geleistet, ist vorbildlich in der Umsetzung, und doch sind die Sprechzimmer sehr eng. ˋWe have crossed so many waters, we will cross these waters, too,´sagt meine Übersetzerin und lächelt mich hinter ihrer Op-Maske an. Die wenigsten können sich eine FFP2-Maske leisten. Ihr Sohn hat sich heute wegen Fieber, Husten und Atembeschwerden krank gemeldet. Er soll in seinem Zimmer bleiben, hat sie ihm gesagt. Eigentlich hatte ich gerade, in einer kleinen Pause zwischen Gipsen und Wundversorgung im frisch gelüfteten Zimmer die Maske abgesetzt, jetzt setze ich sie wieder auf.

Die Patienten tragen ebenfalls Maske, möchten aber gerne wirklich gut verstanden werden und ziehen das Stöffchen daher ab, um sich mundfrei dem Doktorohr zuzuneigen, wenn sie ihre Geschichte zu erzählen beginnen. Wir sind dann streng.

Die Arbeitstage sind lang und ebenfalls bunt in der Vielzahl der Anliegen. Ein 34jähriger mit einem stark geschwollenen Bein stellt sich vor. Der Ultraschall zeigt eine frische Thrombose, die bis in die Beckenvenen reicht. Da wir keine Möglichkeit zur Blutverdünnung haben, wollen wir ihn einweisen, aber bis auf eines der größeren Krankenhäuser sind alle im Streik – das Personal kämpft um bessere Schutzmöglichkeiten vor dem Virus. Bereits mehrere Ärzte auch jüngeren Alters sind verstorben, weil es diese nicht gab. Da ist der Aufruhr nachvollziehbar, aber was geschieht nun mit unseren Patienten? Eine Einweisung mit Krankenwagen ist nicht möglich, man wird sofort wieder abgewiesen. Eine so ausgeprägte Thrombose zu Fuß zu schicken, widerstrebt sehr. Er soll halt langsam zum Taxi laufen, sagt die Headnurse. Pole, pole. Ich hoffe, dass er auf der Fahrt nicht einer Lungenembolie erliegt.

Die Knochenbrüche bei Alt und hauptsächlich Jung stammen aus der Zeit um Weihnachten herum. Da hatte dann auch unser Gesundheitszentrum geschlossen. Stark verschobene Frakturen müssen am besten noch heute reponiert werden, bevor alles fixiert ist. Bei den kindlichen Verletzungen, mit Bruchstücken im Gelenkbereich, muß das eigentlich im Krankenhaus geschehen. Und da wären wir wieder auf der Suche nach Möglichkeiten…

Nicht möglich war es, den Finger einer jungen Frau zu retten, die vor einer Woche von einem verärgerten Freund gebissen worden war. Der Freund einer anderen jungen Frau mußte in die Schranken gewiesen werden, weil er eine Tasse kochendes Wasser über ihrem Arm ausgegossen hatte.

Möglich war es allerdings, einem Mann einen 5cm langen Akaziendorn aus dem Fuß zu ziehen, der bereits seit einem halben Jahr für Schmerzen und Eiter gesorgt hatte, unter Ultraschallkontrolle dank der findigen Kollegin, und zur großen Freude aller beteiligten Mitwirkenden und Zuschauer.

Die Tage gehen zuende mit Schuhen voller Gipsspritzer, Povidonklecksen, mit verschwitzen Masken und zuweilen einer Runde Jerusalema-Dance auf dem Slum-„Parkett“. Alle zusammen, bunt gemischt, mit Maske natürlich und reichlich Hüftschwung. Selten ist man so im Gleichschritt in dieselbe Richtung unterwegs…

Mehr zu unserer Arbeit im Mathare Valley Slum in Nairobi unter http://www.german-doctors.de


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…zur Heilung der Völker

Frohe Weihnachten, Ihr Lieben alle. Wenn ich an Weihnachten arbeite und meine Patienten sehe, denke ich immer, es ist gut, dass Weihnachten ja eigentlich etwas anderes war als Deko (obwohl schön) und kuscheliges Miteinander – Gott kommt auf die Erde als Baby in ärmlichen Umständen. Damit wir glauben können: er ist da und weiß, wie sich Menschsein anfühlt in seinen Höhen und Tiefen. Wenn ich dann demnächst wieder nach Kenia starte (mit German Doctors für die Slumchirurgie), wird dieser Blick auf das Fest ebenso passen: Corona heißt dort vor allem Armut und Hunger. Zudem streiken nun auch die Ärzte vor Ort. Auch wenn es ziemlich aus der Zeit gefallen klingt, in diesen Zeiten nach Kenia zu fliegen, ist es wie immer vermutlich rundum sinnvoll…

In letzter Zeit habe ich eine Reihe von Bäumen gemalt und dachte mir, die Beschreibung aus Offenbarung 22 über das neue Paradies könnte ein wenig passen: ….“An beiden Seiten des Flusses wachsen Bäume: der Baum des Lebens aus dem Paradies. Sie bringen zwölfmal im Jahr Frucht, jeden Monat einmal und ihre Blätter dienen zur Heilung der Völker“… (das wäre doch was: das Heilmittel erhalten zuerst jene, die es am meisten brauchen, for free…)

Weitere Infos über unsere Projekte sind zu finden unter http://www.german-doctors.de


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Große Freude

Dieses Jahr gibt es wieder eine Benefiz-Weihnachtskarte von mir! Das Deutsche Institut für ärztliche Mission, das Entwicklungshilfeprojekte in aller Welt vor allem im Sinne von „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützt, hat die tanzenden und sich freuenden Ladies als Motiv gewählt. Der Titel ist „Große Freude“. Nun kann man sich fragen, wo gerade die Freude groß ist, wenn man sich anschaut, was alles nicht so läuft, wie man es erfreulich fände, aber der Titel bezieht sich auf die Worte, die die Weihnachtsengel damals, als alles noch schiefer lief – Besatzungsmacht im Land, Volkszählung und großer Rummel, nur ein Stall zum Entbinden, ein Baby in einer Futterkrippe, weil es kein Bett gab etc. etc. – angesagt haben… Wenn ich mir unsere Projektpartner im Slum in Nairobi anschaue, so würde kaum einer dort auf die Idee kommen, daran zu zweifeln, dass diese Ansage auch noch heute gilt. Arm sein und krank und von Gott erwarten, dass er da ist und hilft auf die eine oder andere Weise und es immer auch was zum Freuen gibt, sind unverbrüchliche Werte dort.

Wer also mit seinem Weihnachtskartenkauf gleichzeitig Entwicklungshilfeprojekte unterstützen möchte, kann auf der homepage vom Difaem eine Portion der Karten bestellen: http://www.difaem.de (und sich über die vielen sinnvollen Projekte informieren, die er oder sie damit unterstützt).


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Ansage vom Chef

Die Medien sind nach wie vor prall gefüllt mit Nachrichten um die Infektionslage. Allerdings unterscheiden sich die Schwerpunkte deutlich. Während in Deutschland derzeit fieberhaft überlegt wird, ob, wie, wohin und wann in Urlaub gefahren werden kann und wie die wirtschaftliche Lage sich gestaltet, kann anderswo Hauptthema sein, wie man überhaupt etwas zu Essen auf den in der Hütte nicht mal vorhandenen Tisch bekommt.

Als ich am letzten Mittwoch zuhause eine Portion Wäsche vom Ständer pflückte, hörte ich auf dem untermalenden SWR2-Impuls im Radio plötzlich eine vertraute Stimme: unser kenianischer Chef vom Baraka Health Center in Nairobi, den ich sonst nur einmal im Jahr vor Ort in Mathare die Ehre habe zu treffen, berichtet über die Lage im Slum und wie sich unsere Arbeit dort zur Zeit gestaltet.

Im Moment sind ja keine German Doctors dort, aber die Begleitung aus der Ferne macht es ein bisschen leichter, die nicht einfache Lage in Corona-Zeiten durchzustehen. Nachdem ich ab und zu mal eine mail auf den weiten Weg schicke, wenn ich etwas Ermutigendes entdecke, weiß ich schon von George, dass alle Patienten sich die Hände waschen, bevor sie eintreten (was sich nicht so einfach gestaltet wie hier bei uns, weil es immer mal auch nicht genug Wasser gibt), das arbeitende Team mit Masken und Handschuhen versorgt ist, und die Patientenaufteilung und -führung vor Ort an die Hygienevorschriften angepasst worden ist.

Die Patientenzahlen sind niedriger als sonst, einerseits, weil es keine Ärzte gibt, die man auch wegen spezielleren Anliegen aufsuchen könnte, andererseits, weil die chronisch kranken Patienten jetzt ihre Medikamente für einen längeren Zeitraum erhalten, um sich weniger oft unter die Wartenden mischen zu müssen. Das einheimische Personal nimmt teilweise und im Wechsel seinen bezahlten Jahresurlaub. Dennoch berichtet George noch von etwa 130 Hilfesuchenden am Tag.

Unsere Patienten haben mit grundsätzlichen Problemen zu kämpfen, viele haben ihre kleinen, ernährenden Tagesjobs verloren und die Reisebeschränkungen tragen ein übriges dazu bei. Daher gibt es deutlich mehr Mütter und Kinder, die auf Unterstützung aus unserem Nutrition Center angewiesen sind. Auch zu besseren Zeiten haben wir ja hin und wieder unseren schlecht ernährten Patienten einfach ein regelmäßiges Essen verschreiben können, nun hat sich die Zahl der Bedürftigen in dieser Hinsicht verdreifacht.

Wie es unseren chirurgischen Patienten geht, wie Brüche heilen, die kaum versorgt sind, und Wunden und Infekte sich entwickeln, wenn sie verschleppt werden, mag ich garnicht überlegen.

Wunderbar aber ist zu hören, dass keiner aus dem Team unserer einheimischen Mitarbeiter noch ihre Familien bisher von dem Virus direkt betroffen sind.

Wer mithelfen will, dass das Ernährungsprogramm weiterhin gut aufgestellt ist (und es geht da nicht um Nobles, sondern lediglich um Einfaches wie ein Hügelchen Reis mit gehaltvoller Soße pro Tag), findet Informationen und Spendemöglichkeiten auf der Seite von

http://www.german-doctors.de

(und herzlichen Dank an Hans-Henning Koch für das Foto vom Ort des Geschehens…)


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Verschobene Farben

Diese Ausstellung ist, wie so vieles gerade, verschoben auf den Frühling 2021 – schade, weil die 1000 Einladungskarten bereits verschickt waren, aber andererseits auch wieder günstig für die Verfügbarkeit der Künstlerin in ihrem anderen Beruf…der Bedarf ist gerade hoch, es kann vorkommen, dass Dienstzeiten mal eben um 3 Stunden verlängert werden ( per mail mit dem Satz „wir hoffen, Sie sind damit einverstanden“ – und natürlich darf man Einspruch erheben, wenn man man nicht einverstanden ist…).


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Mädelsabend, afrikanisch – African Ladies‘ night

(zum Weltfrauentag! – World Women’s day)


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Mathare und Corona?

Wer die Karte der WHO mit Dokumentation der nachgewiesenen Fallzahlen betrachtet, sieht weite, unberührte Flächen in Afrika. Heutiger Tages-Stand am 28.2.20: drei nachgewiesene Erkrankungen auf dem gesamten Kontinent. Wer nun meint, dies wäre ein Zeichen nicht vorhandener Patienten, sollte unbedingt neu denken: die Kontakte zwischen China und Afrika sind weitreichend und ausführlich. Die Möglichkeiten zum Nachweis der Erkrankung rudimentär. Und wen interessiert dort bisher wirklich eine Erkrankung, die sich meist hauptsächlich durch Erkältungssymptome kundtut? Das Szenario einer Einschleppung in den Slum ( und die Lokalität ist austauschbar mit allen Armensiedlungen auf dieser Welt ) würde ich mir lieber nicht vorstellen. Die schwierigen Hygieneverhältnisse, das Fehlen sanitärer Anlagen, die Unmöglichkeit, zuhause jemand unter Quarantäne zu stellen, das fehlende Geld für Krankenhausbehandlungen, die Immunschwäche, die schlechte Ernährung, die vielen, zum Teil schweren Grunderkrankungen…Während wir uns hier eigentlich nicht fürchten müssten in unserem gut strukturierten, reichen Gesundheitssystem, wäre dies dort eine ganz andere Problematik…


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Unkonventionelle Methoden?

Gabriel, 52 Jahre alt, stellt sich mit Rückenschmerzen vor. Er habe gestern solche Schmerzen gehabt, er habe einen Freund gebeten, sich mit den Füßen auf die betreffende Seite am Rücken zu stellen. Es könne ja nur etwas verschoben sein, und damit gebe es doch eine Chance, dass sich etwas wieder gerade rückt? Aber jetzt schmerze es noch mehr… Was er denn arbeite? Gabriel schleppt Pakete mit Steinen auf den Bau. Nein, es gibt kein Fahrzeug, man müsse die Teile auf den Rücken laden…

Mary, 32 Jahre alt, hat ebenfalls Rückenschmerzen, aber auch die Arme fühlen sich schwach und weh an. Was sie denn arbeite? Sie müsse Wasserflaschen transportieren. Gebinde a 24 Stück, davon jeweils 4 Stück, müssen auf dem Rücken zum Verkaufsbüdchen gebracht werden. Jeden Tag seit 2 Jahren.

Wendy, 49 Jahre alt, arbeitet in einer Fabrik. Auch sie hat Rückenschmerzen. Ich bitte sie, zu beschreiben, was sie täglich tut.  Sie erzählt, dass etliche Personen eine Reihe bilden und Säcke mit Baumaterial vom einen zum anderen gereicht würden. Ja, die Säcke seien schwer.

Zwischen zwei Patienten gehe ich hinüber in die Pharmacy, wo die leitende Schwester und ihre Stellvertreterin gerade am beratschlagen sind. Was empfehlt ihr mir, frage ich, wenn die Patienten, die froh sind um jeden noch so unmöglichen Job, Hauptsache, man kann damit wenigstens ein bisschen Geld verdienen, davon Schmerzen bekommen und ihre Gesundheit ruinieren? Was soll ich ihnen sagen? Was hilft ihnen?

Sie sollen sich ausruhen, sagen die beiden klugen, lange berufserfahrenen Kenianerinnen.  Und ihre Arbeit? Ist das nicht riskant, dass man einfach ausgewechselt wird, hier, wo es so viele junge Leute gibt, die Arbeit suchen? Du darfst dir das nicht so zu Herzen nehmen, meinen die Ladies, schick sie ohne Schmerztabletten zum Ausruhen nachhause, sonst haben sie bald Magengeschwüre.

William kommt hinkend in unser Sprechzimmer. Ein Ast dient ihm als Stütze. Der Unterschenkel schmerzt. Vor 3 Wochen war er gestürzt und hatte in einem Privat-Hospital eine Salbe erhalten. Nein, kein Röntgenbild. Dafür hatte das Geld nicht gereicht. Ich schicke ihn zum Röntgen: der grosse Unterschenkelknochen ist gebrochen. Hoffentlich heilt alles doch noch, wenn auch arg verspätet, gut in unserem Gips…

Die Daily Nation berichtet wieder mit vielen Fotos und Interviews über die Kinder, die das letzte Schuljahr mit den besten Punktzahlen abgeschlossen haben. Wieder sind viele Mädchen dabei, die auch grosse Pläne haben!

(Mehr über unsere Projekte unter http://www.german-doctors.de)