sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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Sketchbook Nairobi: Dancing – Tanzen

Auch unsere einheimischen Kollegen, hier die Ladies in ihren Festkleidern, ja, eigentlich alle Gäste inclusive Chefs und ausländische Gäste haben beim Fest (20 Jahre German Doctors in Nairobi) ausführlich getanzt, und ach, die Musik….Rhythmus, Sonne, Lebenslust!!!!

All those – the ladies as above, but also the superiors, the foreign visitors and and and, who joined the celebration of 20 Years of German Doctors in Nairobi  did a good dance. And oh, the music…. rhythm, sunshine, joyfulness!!!!

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African Ladies – Caroline, Nurse

After Caroline had finished Highschool in 1999, it still was a long way to make her dream come true: to be a nurse. Waiting for application at nursing school, she started with computer studies and other small courses, then she could jump in working as a translator at Baraka, since one of her cousins was a nurse over there.

And then her father died.  Being the 2nd born, she also was responsible for the family support. And though it looked like her dream was to be given up, finally a door opened: a sponsor was found and now Caroline could start. 

And she did, and worked hard, and even her boyfriend was told to wait until her last exam was done, before starting their own little family could become a topic. 2013, one year after the final exams, they married and in the following years their two little boys were born. 

Now Caroline is working in Baraka as a registered nurse,  the „in charge“ of the dressing room.  „Baraka has made me who I am“ she tells me, and therefore this is exactly the right place to be. 

Dreams? Maybe some day specialize in pediatric care or theatre nursing. The biggest dream would be her own clinic, general medicine, with 30 patients per day to be treated. 

„No matter where you are – you can climb a ladder, if you have patience“, she says. That is her motto and her way is the proof!

Nachdem Caroline ihren Highschool-Abschluß in der Tasche hatte, war es noch ein langer Weg, bis sie in ihrem Traumberuf ankommen konnte. In der Wartezeit auf einen Ausbildungsplatz machte sie einen Computerkurs, weitere kleine Fortbildungen und konnte schliesslich durch die Vermittlung einer Cousine, die in Baraka bereits als Krankenschwester arbeitete, dort als Übersetzerin einspringen.

Doch dann starb ihr Vater, und als Zweitälteste war nun die Sorge für die Familie auch ihre wichtigste Aufgabe. Fast schien es, als müsse sie ihren Traum begraben, aber dann öffnete sich doch noch eine Tür: durch einen Sponsor konnte sie die Krankenpflege-Ausbildung beginnen. Konsequent und mit festem Blick auf ihr Ziel ging sie diesen Weg, und selbst ihr langjähriger Freund musste sich mit der Gründung einer eigenen kleinen Familie gedulden, Caroline wollte zuerst ihr letztes Examen in der Tasche haben. 2013, ein Jahr nach ihrem Studienabschluss,  heirateten sie.

Und hier ist sie: die verantwortliche  Krankenschwester für den Dressing Room in Baraka Health Center und Mutter von zwei kleinen Jungen. „Baraka hat mich zu der gemacht, die ich heute bin“, sagt sie, und fühlt sich genau am richtigen Platz.

Gibt es Träume? Ja, vielleicht irgendwann – eine Zusatzausbildung in Kinderkrankenpflege oder Arbeit im OP. Oder eine eigene Klinik, eher allgemein medizinisch, mit der Behandlung von um die 30 Patienten am Tag… aber noch nicht jetzt.

„Wo auch immer du gerade bist, du kannst auf der Leiter ein wenig höher klettern, wenn du nur Geduld hast!“ sagt sie, und ist der lebendige Beweis dafür.


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Backpain

Am Dienstag trifft es mich wieder: ich darf eine Fortbildung fuer die Uebersetzerinnen halten. Nachdem ich im letzten Jahr den virtuellen Dr. Hans mehrfach vom Stuhl habe fallen lassen, um das Vorgehen bei Wiederbelebung zu wiederholen, muss ich mir in diesem Jahr mal was Neues ausdenken.

Nachdem die Damen ihren Mittagstee getrunken haben, versammeln wir uns im kleinen Raum der Sozialarbeiter, die solange anderswo unterkommen muessen.

„Wer hat noch nie Rueckenschmerzen gehabt?“ frage ich in die Runde. Die Damen wiegen wissend die Koepfe. Keine meldet sich. Das Thema scheint auch hier eine gewisse Aktualitaet zu haben. Wir fangen an zu sammeln, was Rueckenschmerzen verursachen kann. Da die Uebersetzerinnen tagaus tagein die Klagen unserer Patienten uebersetzen muessen, denen der Ruecken schmerzt, gibt es reichlich realistische Vorschlaege. Nicht nur die auch bei uns ueblichen Ursachen wie sitzendes Arbeiten, schweres Heben, aufsteigende Harnwegsinfekte und dergleichen mehr werden genannt, auch, was bei uns so gar nicht vorkommt, wie Knochentuberkulose oder Kaposi-Sarkom bei Aids, und schliesslich auch Herpes Zoster, die Guertelrose, ganz wichtig: nicht uebersehen, was die Haut praesentiert…

Und dann geht es zu den Heilmitteln. Painkillers, na klar. Und dann natuerlich das Rezept zum Herstellen einer Waermesalbe aus Chilipowder mit Vaseline. Aber Vorsicht, bloss nicht in die Augen fassen damit! Und dann gibt es noch eine Uebung, wie man die antagonistischen Muskeln beueben kann, denn wir alle arbeiten ja fast ausschliesslich nach vorne zur Mitte hin, waehrend die Streckung nach Rueckwaerts und das Oeffnen des Oberkoerpers eher vernachlaessigt wird.

Und das wird praktisch geuebt, gleich hier vor Ort am Tuerrahmen. JaneRose, rank und schlank, absolviert die Uebung wie eine Eins. Das sei aber wirklich nicht schwierig, sagt sie, nein, ganz einfach! Jetzt duerfen auch die anderen: und es zeigt sich, je mehr Koerperfuelle, desto schwieriger gestaltet sich das Ganze, und die kleinste Rundeste schnauft heftig und wird von den anderen erinnert, das Atmen nicht zu vergessen. Gibt es noch andere Moeglichkeiten, sich die Rueckenschmerzen vom Leibe zu halten?

Natuerlich: Tanzen! Und da ist die kleinste Rundeste wieder ganz vorne dran. Die Ladies beginnen zu singen und zu swingen, wir machen zum Abschluss einen Rundtanz mit Klatschen und Beugen und Drehen und Ausschuetteln und sind hinterher wach und gut durchbewegt. So muss das sein: auch die Referentin hat eine Menge gelernt!

 

Mehr zum Projekt unter http://www.german-doctors.de

Danke an die Kollegin fuer das Foto!

 

 

 


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Felistes

Schon seit 2 Monaten fragt sich Felistes, 26 Jahre alt, woher die schmerzhafte Schwellung ueber ihrem Brustbein kommt. Sie fuehlt sich auch insgesamt nicht wohl, hat abgenommen, keinen Appetit mehr und ist oft muede.

Im Ultraschall ist eine tief liegende abszess-aehnliche Struktur zu sehen, die von der Chirurgin zunaechst punktiert wird. Hier muss man neben einer Knochenentzuendung immer auch an Tuberkulose denken, und die Ebene, in der die Struktur liegt, ist untypisch fuer die sonst leicht zu eroeffnenden oberflaechlichen Hautabszesse. Da wir ueber eine Niederlassung von Aerzte ohne Grenzen im Slum Zugang zu „Gene Expert“ haben, einer Untersuchungsmethode, durch die das genetische Material von Tuberkulosebakterien (per PCR) nachgewiesen werden kann, wird der gewonnene Eiter dort untersucht. Das Roentgenbild der Lunge war voellig unauffaellig, auch die darauf sichtbaren Knochenstrukturen, die Laborwerte eher unspezifisch aber mit deutlichen Anzeichen fuer eine Entzuendung.

Vier Tage spaeter ist das Ergebnis da: eine multiresistente Tuberkulose – aber Brenda von unserer Tb-Klinik bittet noch waehrend der Eroeffnung dieser Nachricht um eine Wiederholung  des Tests. Bevor man mit den Reservemedikamenten behandelt, muss wirklich sicher sein, dass das Ergebnis kein Irrtum ist. Felistes moechte genau wissen, was es damit auf sich hat, ob es schlimm ist, ob es ansteckt, ob sie wieder gesund werden kann, und und und,  und wir nehmen uns Zeit fuer alle Fragen. Und dann wird noch einmal punktiert.

Noch einmal vier Tage spaeter ist Felistes wieder da. „Dr. Sabine, your friend is there!“ wird sie mir angekuendigt. Wenn man schon so oft und viel ueber so wichtige Dinge miteinander gesprochen hat, entsteht eine gewisse Naehe. Das Ergebnis ist nun zum Glueck doch keine multiresistente, aber eine (seltene!) Knochentuberkulose des Brustbeins.  Und damit kann fuer Felistes das neue Jahr schon ein bisschen heller beginnen: die Krankheit hat einen Namen und kann gut behandelt werden.

 

weitere Informationen zum Projekt unter http://www.german-doctors.de

(Danke an Sandra fuer das Foto!)

 


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Joy to the world

Julie mag nach einem Sturz nicht mehr auf dem linken Bein auftreten. Ihre Mama besteigt gleich am naechsten Morgen frueh um 5 Uhr mit der Zweijaehrigen im Arm ein Motorradtaxi, um von Dandora nach Mathare ins Baraka Health Center zu fahren. Sie hat gehoert, dort soll die Behandlung gut sein. Zwar gehoert sie somit nicht zu unserer Zielgruppe, aber es wird niemand bei der Erstvorstellung einfach wieder weggeschickt. Vielmehr wird versucht, an die heimatnahen Institutionen zur Weiterbehandlung zu verweisen.

Vor Ort in Baraka, nach einer Runde geduldigen Wartens, werden sie von der Chirurgin zu dem naechstgelegenen Roentgeninstitut nach Kariobangi geschickt, auch dorthin muss man ein Motorradtaxi anheuern. Und dann auch dort noch ein Weilchen warten.

Am Nachmittag treffen die beiden wieder mit dem Motorradtaxi in Baraka ein und nach einer erneuten Wartezeit sieht die Chirurgin im Roentgenbild einen gut stehenden Bruch des Oberschenkelknochens.

Nun muesste man eigentlich (zumindest in diesem Kontext) Julie an beiden Fuessen in eine Extension haengen, so dass der Popo etwas in der Luft schwebt und das Koerpergewicht das Bein in einer guten Position haelt, dann wuerde der Knochen unkompliziert in wenigen Wochen geheilt sein. Aber das hiesse: Mama und Julie hingen wochenlang in der Klinik fest und muessten auch noch wochenlang dafuer zahlen. Was sie nicht koennen. Die preiswertere Alternative: ein Becken-Bein-Gips.

Eine Dreiviertelstunde, zahlreiche Gipsbinden, 4 Helfer, noch mehr Gebruell von Seiten Julies und eine Banane zum Trost spaeter sitzt das diffizile Kunstwerk mit Oeffnung fuer taegliche Beduerfnisse sowie  Quersteg zur besseren Stabilitaet. Alle Beteiligten wischen sich den Schweiss von der Stirn und die Gipsspuren aus Haaren und Haenden.

Nun kann man ein auf diese Weise eingegipstes Kind aber nicht einfach mit der Mutter wieder aufs Motorradtaxi zur Fahrt nachhause setzen. Nach einigem Hin und Her und miteinander Abwaegen wird beschlossen, dass die beiden vom Ambulanzfahrzeug nachhause gefahren werden, denn auch im vollgestopften Matatu ist ein liegender Transport ohne Gipsschaden zur abendlichen Hauptverkehrszeit nicht vorstellbar. Zudem muss noch eine andere sehr kranke Patientin in die gleiche Richtung gebracht werden.

Inzwischen ist es nach 17 Uhr, die Chirurgin hat inzwischen auch keine Lust mehr, am  achtspurigen Thika-Superhighway entlang nachhause zu laufen und faehrt mit, um auf dem Rueckweg dann bei der Doktors-WG auszusteigen. Dandora liegt allerdings in genau entgegengesetzter Richtung, so dass der Abend in dieser Hinsicht noch eine Horizonterweiterung bereithaelt. Wer bislang noch nicht wusste, was mit unserem ordentlich von einer Muellabfuhr woechentlich abgeholten Muell geschieht, sieht hier, wohin er reist: in Dandora liegt eine der groessten Muellkippen Kenias, seit ueber zehn Jahren ueberfuellt und dennoch weiter genutzt. In den Himmel wachsende Gebirge von Abfaellen tuermen sich hier am Horizont und schwelen vor sich hin. Eine Verbrennungsanlage gibt es nicht.  Dafuer aber viele Menschen, die in den Abfaellen noch das Verwertbare, ja, sogar Essbares suchen. Da scheint der von der Regierung stolz verkuendete Plastic-Ban als Schritt in eine umweltfreundliche Zukunft nur ein winziger Nebenschauplatz zu sein – offensichtlich warten auf den neuen alten Praesidenten noch weit groessere Herausforderungen.

Und endlich sind wir da und Julie’s Vater steht schon am Strassenrand im abendlichen Gewimmel, und das Strahlen von Julie, als sie den Papa entdeckt, laesst alle Muehen mit Gipserei und stundenlangem Hin- und Herfahren und der endlosen Warterei verblassen.

Inzwischen freut sich auch die Chirurgin  auf zuhause, aber was will man sagen angesichts des so muehsamen Lebens in dieser Stadt, das sich aller Orten optisch, olfaktorisch und auch sonstwie praesentiert, und doch haben alle Beteiligten immer nur gute Miene gemacht, kein Wort der Kritik oder der Ungeduld fallen lassen, nur Freundlichkeit und Schweigen am Rande, und so schweigt auch die Chirurgin auf dem Rueckweg, der wieder vorbei fuehrt an dem auch hier wuchernden Slum Korogocho, den unflaetigen Muellbergen, die den Menschen den Atem nehmen und durch das Gedraenge, den Laerm und die Dieselwolken, waehrend das Autoradio eine verjazzte Variante von ‚Joy to the world‘ spielt, eine der wenigen Spuren der Tatsache, dass in einigen Tagen Weihnachten ist. Inzwischen fragen sich auch die Kolleginnen, wo die Vierte abgeblieben ist und rufen an, aber es gibt wirklich keinen Grund zur Klage. Schon garnicht im Vergleich zu dem Tag, den Julie und ihre Mama heute hinter sich gebracht haben.

Mehr zum Projekt unter www. german-doctors.de


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!Jubilaeum!

In diesem Jahr runden sich 20 Jahre, in denen German Doctors (zu Gruenderzeiten noch „Aerzte fuer die Dritte Welt“ genannt) den einheimischen Mitarbeitern im Baraka Health Center zur Seite stehen. Denn nach wie vor scheint es fast ein Ding der Unmoeglichkeit zu sein,  einheimische Aerzte zur Verstaerkung des Teams zu finden, die willens sind, vollzeitig mitten im Slum zu arbeiten.

So sind sie immer noch da, die (aktuell fuenf)  Wazungu, die den aerztlichen Blick auf die Arbeit beitragen und natuerlich das vielfaeltig geknuepfte Netz aus der Zentrale in Bonn.

Bereits Tage und Wochen vorher liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren – der Staffchoir probte nach Dienstende im Wartebereich der Patienten, die Julileeblusen wurden verteilt, Anweisungen gegeben, geplant, gebacken, gerechnet, dekoriert, etc. etc.etc. und: daraus entfaltete sich ein rundes, buntes, bestens aus einheimischer Hand organisiertes Fest mit nahezu 1000 (!) geladenen Gaesten: eine kleine  Handvoll Weisse, der gesamte einheimische Staff, die kenianischen Kirchenverteter des katholischen Traegers, eine groessere Gruppe von Patienten und Mitarbeitern des Sozialdienstes im Slum, eine Gruppe von Musikern, dem Trommel-Ensemble von Mathare Youth, Theater, Wortbeitraege und immer wieder Tanzeinlagen fuer alle.

Zwar wurde im Vorfeld hier und da angezweifelt, ob die Weissen den richtigen Hueftschwung mitbringen wuerden (die Bedenken erwiesen sich als unbegruendet), aber schliesslich waren alle rundherum begeistert, nicht zuletzt auch von dem koestlichen Mittagessen und dem gruenweissen Riesenkuchen im German Doctor’s Look, die problemlos fuer alle gereicht haben.

Wer sich nun fragt, ob es nach 20 Jahren nicht endlich an der Zeit ist, das Projekt auf eigenen Beinen stehen zu lassen, sollte wissen, dass die Arbeit vor Ort genauso vom Hoeren und Warten gepraegt ist wie vom immer gemeinsamen Gesprach ueber den Stand der Dinge und der Balance zwischen Halten und Lassen. Vieles geschieht parallel, vieles ist in Entwicklung, viele Fuesse finden Raum zum selbstaendigen Stehen und vieles hat sich geformt und entfaltet.

So ist die Dynamik beim genauen Hinsehen deutlicher erkennbar als ein passives Gehaltenwerden – und darin ist vieles moeglich…

Mehr Projektinfos: http://www.german-doctors.de

Danke an Chantal fuer das Foto!


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Das Knie von Onesimo

Einer von zahlreichen Patienten am Dienstagmorgen ist Onesimo. Er hinkt, ein Bein nachziehend, auf einen Holzpflock gestuetzt herein. Die Anamnese erweist sich selbst fuer meine Uebersetzerin als nicht ganz unkompliziert, irgendwie scheint er ein wenig durcheinander zu sein, schwitzt stark, ein Auge ist geroetet. Langsam zeigt sich ein roter Faden: Onesimo ist am Abend zuvor ueberfallen worden, hat nach einem Schlag ins Gesicht das Bewusstsein verloren, jetzt schmerzt das linke Knie und ist stark geschwollen.

Nun waere es gut, jemanden zu Rate ziehen zu koennen, der ihn ein wenig kennt, um heraus zu finden, ob er wegen einer Schaedelverletzung so neben sich ist, oder ob man dies schon von ihm kennt. Aber es gibt, so meint er, keinen, er hat keine Angehoerigen in der Naehe und ist erst vor kurzem von „up country“ angereist. Nachdem ich ihn untersucht habe, schreibe ich eine Liste, was zu tun ist. Rose, die Sozialarbeiterin dazu bitten – denn wie soll er mit diesem Knie ohne Unterstuetzung zum Roentgeninstitut gelangen? Das Labor ist wichtig: hat er von zuhause eine Malaria mitgebracht? Und er braucht Gehstoecke, hat aber kein Geld dafuer, sagt er – darum kuemmert sich Headnurse Lilian. Und dann braucht es ein Schmerzmittel und etwas zu trinken, und schliesslich organisiert Rose zwei Community Health Worker, die ihn im Ambulanzfahrzeug zum Roentgen bringen,  nachdem die internistische Kollegin ihn noch einmal in Augenschein genommen und die  Laborwerte sich als unauffaellig erwiesen haben.

Das Roentgenbild zeigt, viel spaeter am Tag, eine Tibiaplateaufraktur mit leichter Verschiebung. Onesimo will keinesfalls ins Krankenhaus, viel zu teuer sei das fuer ihn. Daher machen wir zu viert (die Chirurgin und drei starke Maenner) den Oberschenkelgips. Jetzt ist eigentlich so leidlich Ordnung in die Misere gebracht, und auch dem Patient scheint es besser zu gehen als am Morgen. Nur, wie soll er sicher nachhause kommen zu Fuss auf einem Bein, auf den Buckelpfaden von Mathare?

Ich mache mich auf die Suche, ob noch einer der Community Health Worker zu engagieren ist und finde tatsaechlich einen, der gerne mitgehen will. Kaum betritt er den Verbandsraum, in dem der Patient  gerade noch das Balancieren auf einem Bein uebt und sich ueberlegt, dass er eigentlich eine dritte Hand braeuchte, um den nun uebrigen Schuh zu verstauen, geht ein Strahlen ueber sein Gesicht: Onesimo ist sein Nachbar! Das macht die weitere Versorgung deutlich einfacher…

Die Daily Nation findet in diesen Tagen mahnende Worte. Nachdem der „Plasticban“ in Kraft getreten ist, gibt es ueberall Stofftaschen zu kaufen (die duennen Tuetchen, die zwar praktisch waren (sogar als sogenannte „flying toilets“), aber allerorten  – in Baeumen, Wiesen, Fluessen etc. etc. etc. die Umwelt verunziert haben, sind bei Strafe verboten worden). Die Zeitung weist darauf hin, dass man die Stoffvariante auch oefters mal waschen sollte, damit sich keine Bakterien und Pilze darin ansiedeln und dem Kaeufer von Obst und Gemuese schaden koennten…

Weitere Infos unter http://www.german-doctors.de

Danke an Sascha fuer das Foto!