sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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Ausstellung Farbgetier

Ein Buntpunkthuhn, das sanfte Buschtier, Brillenschwein und kleiner Hüpfer…

Herzliche Einladung zu meiner Ausstellung von Malerei : vielerlei Farbgetier!

Ort: im Augustinum Killesberg, Stuttgart, Oskar-Schlemmer-Strasse 5

Feierliche Eröffnung am 6.7.16 um 18 Uhr, die Einführung hält Heiner Digel. Erläuterungen zu dem durch den Verkaufserlös geförderten Mehrgenerationshaus der OJC in Reichelsheim durch Michael Wolf und Birte Undeutsch.

Dauer: 6.7. bis 1.9.2016, täglich geöffnet von 9 bis 18 Uhr

 

 


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Nachklang

Kontraste: Hier die  Begegnungen mit den Menschen, die mit Müh und Not heil über das Meer gekommen sind und nun in begrenzt-anstrengendem Kontext  versuchen, ihr Leben neu in Bezügen zu verankern. Dort Licht und Farbe und das Spiel mit den Formen, der Traum vom „wie es sein könnte“. Wenn ich mich nachts um die einen kümmere (die den ärztlichen Notdienst brauchen), ist mir am Tag danach zuweilen nur noch nach „Bunt“…

Contrasts: on one side meeting those who succeeded in reaching a country without war and destruction, who try to get their saved life into a new context – hard and in times exhausting work, indeed. On the other side color and light and playing the „how it could be“. When I visit those in need of a doctor at night, I sometimes only have an eye left for the game of colors on the following day…


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Schiffe, die nicht sinken – „Aktion Kunstschiff“ kommt nach Stuttgart

Nachdem nach wie vor viel zu viele Menschen unnötigerweise auf der Flucht über das Mittelmeer ertrinken, wollen wir ein winziges, aber deutliches Zeichen setzen.

Wie schon von Jörg Möller und Nanni Wagner Ende letzten Jahres in Geldern initiiert, waren und sind Künstlerinnen und Künstler aller Orten eingeladen, ihre Werke (Zeichnungen, Druckgrafik, Gemaltes auf Papier) zum Boot zu falten und zu der grossen Fregatte beizusteuern, die

am 13.Juni 2016 von 18 bis 21 Uhr durch das Bischof-Moser-Haus in der Innenstadt Stuttgarts (Wagnerstrasse 45 im Bohnenviertel) ziehen wird: jedes Schiff wird für 15 Euro zugunsten von Aktion Sea-Watch, Seenotrettung im Mittelmeer (dahin geht der Gesamterlös ohne Abzüge) zu haben sein.  Die Aktion findet in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Asyl Stuttgart statt, das Rahmenprogramm ist in Planung.

Wer sich belesen möchte: Auf der Seite http://www.sea-watch.org finden sich nähere Informationen über die private Initiative, die nicht wie Triton unter dem Regiment von Frontex  nur in unmittelbarer Küstennähe Europas kreuzt, sondern zwischen Lampedusa und der libyschen Küste. Ziele sind Rettung, Erstversorgung und Bericht.

Auch auf der Seite von Jörg Möller finden sich die Berichte über die vorherige Aktion in Geldern im November 2015 unter den Einträgen zu diesem Datum: http://www.joergmoeller.wordpress.com

Wer noch Gefaltetes beitragen möchte, sollte die Boote bis zum 6. Juni per Post an mich schicken.

 

 


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Purity

– Die 22jährige sitzt nicht, sie kniet, umhüllt von einem farbenfrohen Ketenge-Tuch, den Oberkörper auf die Knie ihrer Begleiterin gelegt, die Füsse gefährlich nah am Öffnungsbereich meiner Sprechzimmertür. Aus ihrer Einzimmer-Wellblechhütte unten am Flüsschen haben ihr Bruder und die Schwägerin sie über den halsbrecherisch schmalen und steilen Steinpfad nach oben bis zu unserer Ambulanz geschleppt. Als sie auf der Untersuchungsliege angekommen ist, geschoben, gedreht, gehoben, halb lehnend, ist zu sehen, was die Explosion des in der Hütte genutzten Kerosinkochers angerichtet hat: fast die Hälfte der Körperoberfläche ist verbrannt. Eine Woche lang hat sie im grossen Kenyatta-Hospital die Akutbehandlung erhalten, dann wurde sie nachhause geschickt. Oder sie hat sich selbst aus Kostengründen entlassen? So ganz klar ist das nicht.

Brust, Bauch, Arme und Sitzfläche sind zweitgradig verbrannt, wobei die Körpervorderseite und ein Teil des linken Arms bereits zu grossen Teilen abgetrocknet und am heilen sind. Am schlimmsten aber sind die Oberschenkelvorderseiten betroffen, sie sind zu grossen Teilen noch von dicken, abgestorbenen Hautlappen bedeckt, die sich zu lösen beginnen. Die Verbände sind mit den Wunden verklebt, es riecht. Bei dieser Gelegenheit einmal zum Glück hat Purity heute weder etwas gegessen noch getrunken, so können wir in Kurznarkose die Wunden versorgen. „Krass,“ sagt der jüngere Kollege nur, als die tote Haut sich in Fetzen bis auf des Unterhautfettgewebe abziehen lässt. Was sich nicht leicht und von selbst löst, bleibt vorerst als Deckung. Dennoch verbraucht die grosse Wundfläche all unsere Vorräte an Fettgaze, die ein Verkleben der Wunde mit dem Verband verhindern soll.

So geht das nicht, denke ich. Eine so schwere Verletzung wie diese muss in die Klinik, braucht tägliche Verbandswechsel mit Abtragung der abgestorbenen Hautanteile in Kurznarkose und dann irgendwann die plastische Deckung. Nachdem Purity verbunden und wieder leidlich wach ist, planen und organisieren wir die Wiederaufnahme in die Klinik. Die Angehörigen und auch Purity selbst sind scheinbar einverstanden.

Diese Kurz-OP lässt mich ratlos und bedrückt zurück. Kurzzeitig ist mir der ganze Patiententrubel zu viel, ich mag im Moment keine Wunde mehr sehen und keine Symptomschilderung mehr hören. Mir ist nach einem Stück blauen Himmels, nach ziehenden Wolken und einem frischen Windstoss in den Haaren. Der Anfall geht zum Glück schnell vorüber. Was soll da erst die Patientin sagen, gefangen in ihrer verbrannten Haut?

Drei Tage später. Hausbesuchstour im Slum mit Sozialarbeiterin Rose (oben im Bild: die Lady in Türkis). Auf einem der buckeligen Pfade hält uns ein Mädchen an, wir sollten nach seiner Schwester schauen, der es nicht gut gehe. Wir klettern den steinigen Hang hinunter und finden Purity in ihrer Hütte vor. Ihre Stirn ist heiss trotz des Antibiotikums, die Wunden sind, seit sie bei uns war, nicht mehr frisch verbunden worden. Ein längeres Gespräch folgt, ein zähes Verhandeln. Die Familie will zum Verbandswechsel nach Baraka kommen. Das wäre für sie günstiger. Rose versucht zu erklären, dass dies unsere Möglichkeiten übersteigt. Die Headnurse wird eingeschaltet und schlägt vor, den Betrag zur Klinikeinweisung zu übernehmen. Wir versuchen es noch einmal, Purity stationär unterzubringen und schicken sie mit dem Krankenwagen, damit sie auch sicher dort ankommt.

Diskussionen am Abendbrottisch. Darf ein einzelner Patient so viel an Ressourcen für sich beanspruchen? Welche Töpfe gibt es, die sich vielleicht für die weitere Behandlung erschliessen lassen? Wie soll man entscheiden, welche der vielen Patienten, die jung, schwer krank und noch dazu arm sind, Unterstützung erhalten, die über das Übliche hinaus geht? Und ob überhaupt? Und wenn ja, für wie lange? Quälende Fragen, noch quälendere Zustände für diejenigen ohne finanzielle Reserven. Denn es gibt sie ja, die gute und notwendende Medizin. Es gibt in Nairobi Krankenhäuser mit hohem Standard, aber man muss am Eingang die Kreditkarte auf den Tisch legen. Wenn man eine hat.

 

(- Die Daily Nation berichtet in diesen Tagen auf’s ausführlichste von den endlich bekannt gewordenen Ergebnissen der Schulabschlussprüfungen zu Jahresende. Bilder von jubelnden Schülern, Interviews mit den Jungen und Mädchen mit den höchsten Punktzahlen. Berichte auch über den einen oder anderen Betrug.

Eine ganze Seite ist tapferen Schülern gewidmet, die besondere Hürden überwinden mussten und dennoch gute und sehr gute Ergebnisse erzielten: Da ist Joy, die bei einem Unfall ihren rechten Arm verlor und zunächst lernen musste, mit dem linken zu schreiben und zu zeichnen.  Von Wesley ist die Rede, der zwischen zwei schweren BauchOPs trotzdem auch noch in der Klinik die Nase tief in die Bücher steckte und einen Monat, nachdem er entlassen wurde, die Prüfungen gut bestand. Von Fatima wird berichtet, dem ersten Mädchen in ihrem Dorf, die einen Highschoolabschluss, zudem mit sehr guten Ergebnissen, erlangt hat. Und dann wird da noch Josephat vorgestellt, der als Sohn einer alleinerziehenden, arbeitslosen Mutter von 7 Kindern seine Schulgebühren mit Holzhacken und Farmarbeit verdienen musste, bis er ein Stipendium erhielt. Er schloss mit der Höchstnote ab. „I am very proud of myself and when I look back to where I have come from, I thank God and my Sponsors and Mentors!“ sagt er. Und strahlt in die Kamera.)


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Hii ni nini? – Was ist das?

Gipskontrollen sind ein Tagesgeschaeft, das Ueberraschungen birgt. Nicht jeder Gips sieht so aus, wie er sollte, was Farbe und Design angeht: an manchen klebt das halbe Abenteuerleben eines kleinen Jungen im Slum, und zuweilen ist auch das Gelenk, das eigentlich ruhig gestellt werden sollte, eigentlich noch beweglich, sei es, weil der kleine oder groessere Patient Wochen hat vergehen lassen, bevor ein German Doctor einen zweiten Blick darauf werfen kann, oder weil das taegliche wilde Leben die Stabilitaet kippt. Eigentlich wird bezueglich der Gipskontrollen ein 7-Tage-Rhythmus angestrebt. Doch auch diese Vorgabe ist dafuer anfaellig, von der Wirklichkeit eingeholt zu werden.

Sami, 12 Jahre alt, ist gestuerzt, der linke Unterarm hat einen deutlichen Knick kurz oberhalb des Handgelenks. Er wird zum Roentgen geschickt. Wieder zurueck, ist auf dem Bild eine deutlich abgekippte Radiusschaftfraktur erkennbar, die allerdings nicht ganz frisch aussieht, Aufhellungen, Kallus und Abrundungen an den Bruchenden sind nicht zu uebersehen. Erst langsam, nach schnoerkelreichem Nachfragen, kommt mit dem Umweg ueber zwei aufmerksame, uebersetzende Verbandsraumschwestern die (vermutlich) wahre Geschichte ans Licht: Noch vor Weihnachten hatte Sami sich zum ersten Mal den Unterarm gebrochen, eine Schiene erhalten, die dann von der Mutter entfernt wurde (warum, blieb im Dunkeln). Gefragt, wie der Arm aussah, ob der auffallende Knick bereits Ursache des ersten Sturzes war, antwortet die begleitende Tante mit einem verhaltenen „Ich erinnere mich nicht,“ waehrend Sami bestaetigt, ja, der Knick sei genauso schon da gewesen.  Der schreckliche Schmerz hingegen nicht, der sei neu seit heute. Die Chirurgin vermutet, dass es sich um einen in schlechtem Winkel geheilten, jetzt aber wieder neu gebrochenen Knochen handelt.

Da Sami vor etwa einer Stunde auf dem Weg vom Roentgen zum Baraka Health Center (oben: der innere Wartebereich)eine Portion gebratene Kartoffeln („some Chips“) gegessen hat, faellt die Moeglichkeit der Kurznarkose weg, morgen sind bereits zwei Patienten fuer kleine OPs einbestellt und mehr sind am Rande des ueblichen Betriebs nicht zu schaffen. Also erhaelt Sami ein starkes Schmerzmittel und eine Kinderportion Valium und dann wird gewartet: Sami auf dem Schoss seiner Auntie auf einem Plastikstuhl in der Mitte des Dressingroom, zwei Schwestern, eine Uebersetzerin und die Chirurgin im Kreis, locker um die Sitzenden herum gruppiert, aber doch aufmerksam, wann dem Patient die Augen beginnen zuzufallen. Alles ist gerichtet, Wasser, Gips, Watte, Gaze, so dass es auf Kommando hin schnell gehen kann. Dann ist es soweit, Sami nickt kurz ein, ein Zug am Arm, ein Druck, ein Schrei, und dann sitzt der Gips. Die Chirurgin ordert, was sonst nur in seltenen Faellen als wirklich noetig und finanziell angemessen erachtet wird, eine Roentgenkontrolle im Gips an und beschliesst, dass Sami, falls der Winkel nicht wenigstens zum groessten Teil ausgeglichen ist, in die Klinik ueberwiesen werden muss. Denn bereits am Morgen wurde ein Gips bei einem gleichaltrigen Maedchen (vom Grossvater gebracht) mit der gleichen Fraktur abgenommen, deren Unterarm jetzt einen Bogen beschreibt. So sollte es nicht sein. Aber das geschieht nicht oft:

Zum Glueck heilt die Mehrzahl der Frakturen voellig ohne Komplikationen oder Fehlstellung aus, egal, ob der Gips nun dunkelgrau, mehrfach auseinandergebrochen, wochenlang nicht kontrolliert oder versehentlich in Wasser getaucht wurde. Wenn auch nicht Standard, doch was fuer ein Glueck…


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Vorbereitungen – Getting prepared

Besuch in Elkes buntem Spielwarengeschäft: da ich Anfang nächsten Jahres wieder mit German Doctors zum Arbeiten nach Afrika gehe, wollte ich mal schauen, was ich ein paar Kindern im Slum mitbringen kann. Das ist gar nicht so einfach, finde ich, obwohl der Laden eine herrliche Fülle von Spielgelegenheiten birgt!

Erstmal scheidet eigentlich alles aus, was in Deutsch verfasst ist, Bücher und Spiele. Für ein paar wenige Bücher, die nur Bilder haben, bräuchte man eigentlich jemand, der sie mit einem anschaut. Das ist, bei den gestressten Eltern oder Grosseltern, so es denn überhaupt welche gibt, nicht voraussetzbar. Vielleicht die Geschwister? Ebenso wie bei den tollen Situationskarten ohne Text, die aber so angelegt sind, dass man darüber sprechen kann.

Dann ist zu bedenken, dass in einer Wellblechhütte von 10qm mit spärlicher Beleuchtung, in der bis zu 6 Personen leben, eigentlich kein Platz für Spielzeug ist. Ein Puzzle mit 500 Teilen ist also schonmal nicht passend, obwohl mindestens 6 der 10 Kinder einer Familie Spass daran haben könnten. Aber die drei Kleinen könnten die Teile verschlucken… Aus einem Regal strahlen mich glitzernde Flummies an. Auch brauchbar für eigentlich alle Altersgruppen, aber wo es keinen geraden Boden gibt ausser gestampfter Erde, eigentlich auch keine Freude. Und ein einziger, wird der nicht zum kostbaren und umkämpften Teil? Ein grösserer Ball? In der Hütte sicher nicht, vor der Hütte, wo ca. 1m Platz bis zur nächsten Hütte ist, auch nicht.

Pustefix, wunderbar, ich denke an die Seifenblasen, die wir im letzten Jahr produziert haben, in der Enge der Gassen, zunächst mit 3 Kindern, dann mit 8, irgendwann mit 14, und es wurde immer enger, und schliesslich haben sie darum gestritten, wer pusten darf, und haben die Hälfte der Seifenlauge im Drängeln verschüttet, weil jeder einmal hinein pusten wollte, und dann waren es 20 Kinder, und nicht mehr genug Flüssigkeit, und auch einiges an Enttäuschung, innerhalb von 10 Minuten ist ein Behälter aufgebraucht. Da braucht es schon ein paar Flaschen.

Immer wieder fragt mich auch mal jemand, ob ich nicht einen Teil der  Plüschtierliga aus einem Kinderzimmer nach Afrika umsiedeln könnte.  Einer Familie mit 6 Kindern kann man schlecht ein einziges Plüschtier schenken. Das müsste man sich teilen. Und für 6 Plüschtiere ist die Hütte zu klein. Und was kann man damit anfangen? Nicht wirklich viel.

Klasse sind natürlich immer Stifte und Papier. Beim letzten Mal hatte ich einige dabei. Die Sozialarbeiterin sortierte daraufhin jeden zweiten Stift aus dem 20-Farben-Paket heraus, damit es für zwei Familien reicht, die Hefte werden in zwei Teile geschnitten, damit die doppelte Anzahl dabei heraus kommt. Und dann sorgsam weggepackt, denn all das ist so kostbar, dass man es nicht einfach herumliegen lassen kann als Angebot, damit wann man will zu spielen.

Ich bleibe bei den kleinen Puzzles mit 20-30 Teilen. Drei rosa Prinzessinnen vor einem Schloss passen, finde ich, nicht. Aber da gibt es wunderbare kleine Legespiele, wo man tropische Tiere ihrer Nahrung und ihrem Lebensraum zuordnen soll, ohne Geschriebenes, einfach schöne Bilder zum Kombinieren. Ob die Kinder in Mathare wohl schon einmal eine echte Giraffe oder ein Nashorn gesehen haben?  Wenn das Geld kaum zum Essen reicht, dann schon gar nicht für den Eintritt in einen der Tierparks.

Ich merke, wenn ich zu viel darüber nachdenke, was passen könnte, was nicht zu Konkurrenz oder Streit führt, was nicht den Kontrast zu stark hervorhebt zwischen Nichthaben und Haben, kommt am Ende garnichts dabei heraus. Also werfe ich mein Herz voraus, kaufe 4 kleine Puzzles (zu einem Preis, den man den Eltern nicht verraten dürfte, denn eine Familie könnte eine Woche lang davon zu essen kaufen) und hoffe, dass dieser winzige Bruchteil von Kindern Spass daran hat…

A visit in Elke’s colorful toyshop: since I will  work in Africa again next year, I wanted to check if I can find useful presents for some of the slum-children. Which is not easy, though there is a large variety of beautiful invitations to play and learn in this shop!

First: games and books in german are not really satisfying. Some fortunately are without words, but there should be company to explore them – if there are parents or grannies, they should not be absent at work, worn out and too tired. 

Then I should keep in mind, that there is so little space in a hut of 10 square meters, where up to 6 people live with only a dim light. No puzzle with a lot of pieces will fit, though almost all ages could have fun with it. Small glittering rubber balls smile at me from the shelves, but if the ground is uneven, not really a joy. And if I give only one, will it not be a precious treasure, that has to be hidden, that it will not be stolen? What about a large ball? No space in the hut and not in front of it, where the next hut is only one meter away.

Soap to make bubbles is great! I remember our bubble production of last January, starting out with 3 children in the narrow streets after work, then with 8, and after a short time with 14 children, shoving, fighting, knocking the soap-tin out of each others hands, because everyone wanted to blow and catch the bubbles, and half of the soap was spilled, and finally, after 10 minutes, with then 20 children, there was no more soap, and some were very disappointed.

Sometimes I am asked by a german mother to take some of the plush animals of their children over. There are few children and too many plush animals around here. But – if I give one of these toys to a family with 6 children, it will not be enough. Six children sharing one velveteen rabbit? If I give 6 it is too much: not enough space. And there is not much, that it can be used for…

Extraordinarily useful are color pencils and paper. I brought some last year and the social worker took every second pencil out of the package of 20, so that two families could profit.  Also copy-books are cut in two pieces to serve the double amount of children. And are put away in a special place, since they are precious and not for everyday-use.

I stay with the small puzzles with 20-30 pieces. The three pink princesses in front of their castle might not be the right choice, but there are beautiful ones with jungle animals which have to be taken into their bush- or savanna-homes and be combined with the meals they usually take (who of the children themselves ever gets a steak and so many fruits for a meal? And will they ever be able to pay the entrance and get a chance to see a real giraffe or rhino in the game-reserve?).

I notice: I should not think too much about what will fit, what might lead to disappointment, what makes the contrast between poverty and being rich more painful. Otherwise nothing remains. So I throw my heart ahead and buy some of the small puzzles (and the mothers should never be told for which price – the whole family could have enough to eat for one week from selling it), hoping, the few children out of the many will have fun with it…


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Tür zu? – To close the door?

Die Tür zu schliessen, wenn die Anzahl der Klopfenden zunimmt, und diese einfach draussen stehen zu lassen, ist unklug, kindisch und unüberlegt. Die Augen zu schliessen, die Ohren zuzuhalten und dazu zu schweigen bringt garantiert nicht weiter. Die grosse Mehrzahl der Flüchtenden, die ich im ärztlichen Notdienst erlebe, sind gestresste, erschöpfte Menschen, die nicht wissen, wohin und vage Hoffnungen haben. Sie verdienen zumindest einen angemessenen Empfang. Kann es so schwierig sein, in gesamteuropäischer Kooperation die Registrierung und Verteilung zu organisieren, dort, wo die Menschen ankommen? Tränengas, Wasserwerfer und Stacheldraht werden nur denen, die die Not für ihre Zwecke nutzen, sei es zu terroristischen Aktivitäten oder schlicht zum eigenen Profit, in die Hände spielen. Wahrnehmen, anhören, ernst nehmen ist vor allem anderen die erste Pflicht. Es scheint, dass das Konzept Europa bislang nicht viel mehr ist als ein Arbeitstitel.

To close the door, when those, who ask for entrance, multiply, and to leave them alone outside is inadequate and unwise. To shut the eyes, pretend to be deaf and keep out of the discussion will not lead anywhere. The wide majority of refugees are stressed and exhausted, don’t know where to live and have only vage expectations of their future.  At least they deserve to be seen and heard. Can it really be so difficult to organize registration and distribution in an all-european act at those borders, where they arrive? Tear-gas, water and barbed wire will only strengthen those who profit from the suffering – either in recruiting terrorists or simply make money. To realize, to listen, to take seriously is the duty of today. Sometimes it looks like the concept of Europe is not more then a rough sketch.