sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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Warum feiert man eigentlich was?

Hier ein (Kinder-)Buchtip anlässlich des heutigen Feiertags, weil ich immer wieder einmal denke, die eigentliche Bedeutung der Festtage geht ein bisschen verloren unter dem, was sich sonst noch an diesen besonderen Tagen tut….

Die Kinder-Festtags – Bibel (Texte von Susanne Jasch und Kristina Schnürle, viele farbige Illustrationen von mir) gliedert sich jeweils in ein Kapitelchen über den Ursprung des Feiertags (im Bild: die gerade aufgeschlagenen Seiten erzählen von Pfingsten) und eines über die Bräuche, die damit verbunden sind. Dazu gibt es ein grosses, buntes  Plakat, das den Jahres- und Festzeitenkreis  verbindet.

Erschienen ist das Buch in der Deutschen Bibelgesellschaft und kostet 12,90,

ISBN 978-3-438-04067-1.  Viel Spass beim Entdecken!

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Being on the way – unterwegs sein

Wachscollage auf Papier

Just for the occasion: today finally the family of our Syrian friend is complete again, her three children and husband arrived after two years of legally trying to get an appointment at a german embassy to receive their visa. Quite a few joyful tears were shed at the airport and afterwards we had a wonderful diner, also those who shared the rocky road to this point. Who would ever want a son or daughter get lost in the war?

Zur Feier des Tages: heute ist nach 2 Jahren verzweifelter Suche nach einem Botschaftstermin, um ganz legal die Kinder und den Ehemann nachreisen zu lassen, die Familie unserer syrischen Freundin wieder komplett. Ein leuchtender Funke Glück beim Empfang auf dem Flughafen und dem anschliessenden köstlichen Festessen mit Familie und Freunden und allen, die zwei Jahre lang mitgezittert haben. Wer will schon seine Kinder an den Krieg verlieren?

 

 


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Sketchbook Nairobi – 24 Kings

…in memory of the dancing and singing children in the advent celebration at Lighthouse Church Nairobi, at least 24, if not more…

In Erinnerung an die viel mehr als 24 singenden, tanzenden Kinder mit Kronen und anderem Kopfputz  in der Adventsfeier in der Lighthouse Church in Nairobi…


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Joy to the world

Julie mag nach einem Sturz nicht mehr auf dem linken Bein auftreten. Ihre Mama besteigt gleich am naechsten Morgen frueh um 5 Uhr mit der Zweijaehrigen im Arm ein Motorradtaxi, um von Dandora nach Mathare ins Baraka Health Center zu fahren. Sie hat gehoert, dort soll die Behandlung gut sein. Zwar gehoert sie somit nicht zu unserer Zielgruppe, aber es wird niemand bei der Erstvorstellung einfach wieder weggeschickt. Vielmehr wird versucht, an die heimatnahen Institutionen zur Weiterbehandlung zu verweisen.

Vor Ort in Baraka, nach einer Runde geduldigen Wartens, werden sie von der Chirurgin zu dem naechstgelegenen Roentgeninstitut nach Kariobangi geschickt, auch dorthin muss man ein Motorradtaxi anheuern. Und dann auch dort noch ein Weilchen warten.

Am Nachmittag treffen die beiden wieder mit dem Motorradtaxi in Baraka ein und nach einer erneuten Wartezeit sieht die Chirurgin im Roentgenbild einen gut stehenden Bruch des Oberschenkelknochens.

Nun muesste man eigentlich (zumindest in diesem Kontext) Julie an beiden Fuessen in eine Extension haengen, so dass der Popo etwas in der Luft schwebt und das Koerpergewicht das Bein in einer guten Position haelt, dann wuerde der Knochen unkompliziert in wenigen Wochen geheilt sein. Aber das hiesse: Mama und Julie hingen wochenlang in der Klinik fest und muessten auch noch wochenlang dafuer zahlen. Was sie nicht koennen. Die preiswertere Alternative: ein Becken-Bein-Gips.

Eine Dreiviertelstunde, zahlreiche Gipsbinden, 4 Helfer, noch mehr Gebruell von Seiten Julies und eine Banane zum Trost spaeter sitzt das diffizile Kunstwerk mit Oeffnung fuer taegliche Beduerfnisse sowie  Quersteg zur besseren Stabilitaet. Alle Beteiligten wischen sich den Schweiss von der Stirn und die Gipsspuren aus Haaren und Haenden.

Nun kann man ein auf diese Weise eingegipstes Kind aber nicht einfach mit der Mutter wieder aufs Motorradtaxi zur Fahrt nachhause setzen. Nach einigem Hin und Her und miteinander Abwaegen wird beschlossen, dass die beiden vom Ambulanzfahrzeug nachhause gefahren werden, denn auch im vollgestopften Matatu ist ein liegender Transport ohne Gipsschaden zur abendlichen Hauptverkehrszeit nicht vorstellbar. Zudem muss noch eine andere sehr kranke Patientin in die gleiche Richtung gebracht werden.

Inzwischen ist es nach 17 Uhr, die Chirurgin hat inzwischen auch keine Lust mehr, am  achtspurigen Thika-Superhighway entlang nachhause zu laufen und faehrt mit, um auf dem Rueckweg dann bei der Doktors-WG auszusteigen. Dandora liegt allerdings in genau entgegengesetzter Richtung, so dass der Abend in dieser Hinsicht noch eine Horizonterweiterung bereithaelt. Wer bislang noch nicht wusste, was mit unserem ordentlich von einer Muellabfuhr woechentlich abgeholten Muell geschieht, sieht hier, wohin er reist: in Dandora liegt eine der groessten Muellkippen Kenias, seit ueber zehn Jahren ueberfuellt und dennoch weiter genutzt. In den Himmel wachsende Gebirge von Abfaellen tuermen sich hier am Horizont und schwelen vor sich hin. Eine Verbrennungsanlage gibt es nicht.  Dafuer aber viele Menschen, die in den Abfaellen noch das Verwertbare, ja, sogar Essbares suchen. Da scheint der von der Regierung stolz verkuendete Plastic-Ban als Schritt in eine umweltfreundliche Zukunft nur ein winziger Nebenschauplatz zu sein – offensichtlich warten auf den neuen alten Praesidenten noch weit groessere Herausforderungen.

Und endlich sind wir da und Julie’s Vater steht schon am Strassenrand im abendlichen Gewimmel, und das Strahlen von Julie, als sie den Papa entdeckt, laesst alle Muehen mit Gipserei und stundenlangem Hin- und Herfahren und der endlosen Warterei verblassen.

Inzwischen freut sich auch die Chirurgin  auf zuhause, aber was will man sagen angesichts des so muehsamen Lebens in dieser Stadt, das sich aller Orten optisch, olfaktorisch und auch sonstwie praesentiert, und doch haben alle Beteiligten immer nur gute Miene gemacht, kein Wort der Kritik oder der Ungeduld fallen lassen, nur Freundlichkeit und Schweigen am Rande, und so schweigt auch die Chirurgin auf dem Rueckweg, der wieder vorbei fuehrt an dem auch hier wuchernden Slum Korogocho, den unflaetigen Muellbergen, die den Menschen den Atem nehmen und durch das Gedraenge, den Laerm und die Dieselwolken, waehrend das Autoradio eine verjazzte Variante von ‚Joy to the world‘ spielt, eine der wenigen Spuren der Tatsache, dass in einigen Tagen Weihnachten ist. Inzwischen fragen sich auch die Kolleginnen, wo die Vierte abgeblieben ist und rufen an, aber es gibt wirklich keinen Grund zur Klage. Schon garnicht im Vergleich zu dem Tag, den Julie und ihre Mama heute hinter sich gebracht haben.

Mehr zum Projekt unter www. german-doctors.de


Ein Kommentar

Zwischenzeiten

Nachdem die Inthronisation des neuen und zugleich alten Praesidenten, ein wenig buckelig zwar, aber doch glimpflich ueberstanden ist (zu diesem Ereignis wurde ein Nationalfeiertag ausgerufen, und wieder musste die Ambulanz geschlossen bleiben) und die Nachwirkungen des Traenengases bei denen, die – zum Teil auch unfreiwillig – in die Naehe der oppositionellen Gegenveranstaltung kamen, ueberstanden sind, kann die Arbeit im Baraka Health Center weiter gehen. Zwar ist zu merken, dass immer noch einige es vorgezogen haben, sich anderswo als im Slum in Sicherheit zu bringen, aber gerade auch in der Chirurgie ist wieder gut zu tun.

Ben hat bei der Arbeit versehentlich das Holz zusammen mit dem Zeigefinger in die Kreissaege geschoben. Ein freundlicher Kumpel stand hilfreich zur Seite und hat das Ganze mit Watte verbunden und in einige Schichten duennen Mulls gewickelt. Am naechsten Tag, als Ben den Weg in die Ambulanz gefunden hat, ist das Verbandsmaterial so mit der Wunde verklebt, dass erstmal eine oertliche Betaeubung noetig ist, um ueberhaupt die Wunde anschauen zu koennen. Es braucht eine Weile, ein Fingerbad mit Betaisodonaloesung und eine feine Pinzette, bis die Reste der Fingerkuppe freigelegt sind, dann aber laesst sich sagen, dass das Ganze doch heilen wird, es ist noch genuegend vorhanden, aus dem Bens Koerper, der jung und gesund ist, eine neue Fingerkuppe rekonstuieren kann. Der neue Verband klebt dank einer Spende eine Firma in Deutschland nun auch nicht mehr an der Wunde fest.

Die 7-jaehrige Rose stellt sich nach Sturz vor einer Woche mit verformtem Handgelenk vor, ja, nickt sie, es schmerzt sehr. Im Roentgenbild ist zu sehen, dass der Wachstumsbereich des Knochens abgerissen und stark verschoben ist – ein Bruch, den wir in der Ambulanz nicht adaequat versorgen koennen, sondern weiter schicken muessen, wenn es wirklich gut werden soll. Meine Uebersetzerin spricht mit der begleitenden Auntie, die nur maessiges Interesse an der Sache zu haben scheint. Die Mutter ist heute nicht abkoemmlich, ein Vater erst recht nicht, aber es muss in diesem Fall unbedingt deutlich werden, dass Rose ihr ganzes Leben lang ein steifes und vermutlich schiefes Handgelenk haben wird, wenn die Knochen nicht wieder in die richtige Stellung gebracht werden und wir den Arm nur eingipsen. Schliesslich schicke ich Rose mit Auntie zu headnurse Lilian. Diese erklaert, wirbt um Einsicht, stellt den Kontakt her zu dem gerade noch ein paar Tage in der Kinderklinik operierenden, europaeischen Gastchirurg her, und mit dieser Klinik gibt es zudem eine Partnerschaft, so dass ein bestimmtes Kontingent von kleinen Patienten zu nur geringen Kosten behandelt werden kann. Und endlich machen sich die beiden auf den Weg. Und schon scheint die Zukunft fuer Rose wieder ein wenig heller…

Die Daily Nation berichtet in diesen Tagen neben der allgegenwaertig heissen Tagespolitik vor allem von den Ergebnissen der KCPE-Pruefungen (Kenia Certificate of Primary Education). Viele Seiten der Tageszeitung sind mit Fotos gluecklicher Schueler und stolzer Eltern gefuellt. Das beste Ergebis im ganzen Land hat ein Albinomaedchen ereicht: 455 von 500 Punkten! Die 14-jaehrige Goldalyn Kakuya macht mit ihrem vorbildlichen Ergebnis vor allem auch denen Mut, die sich wegen koerperlicher Behinderungen oder Auffaelligkeiten benachteiligt fuehlen. Vor allem sei sie „an inspiration to persons living with albinism“, die wegen Stigmatisierung, Aberglauben und der hohen Lichtsensibilitaet in Afrika eine schweren Stand hatten und hier und da auch noch haben. Und ueberhaupt sind die Maedchen auf dem Vormarsch – unter den Kindern mit den besten Abschluessen sind mehr als die Haelfte „young ladies“.

(Danke an Sascha fuer das Foto!)

…mehr Infos: http://www.german-doctors.de

 


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Neu erschienen – Just published

Im Spätsommer erscheinen erfahrungsgemäß die neuen Weihnachtsbücher… hier schonmal zum kleinen Einblick mein neuestes:

Weihnachtliche Reise um die Welt

Text: Katharina Mauder, Bilder: meine

Verlag Ernst Kaufmann Lahr, ISBN  978-3-7806-6290-3, 12,95 Euro

Luka wird vom Sternenmädchen Nayra zu einer nächtlichen Traumreise zu den Kindern in Australien, Mexiko, Österreich, Russland, Schweden, Südafrika, Philippinen und USA eingeladen und entdeckt, wie dort Weihnachten gefeiert wird…


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Afrika ist bunt – Benefizausstellung zugunsten der Welthungerhilfe

Ausstellung von Malerei (ein Teil meiner vielen Afrikabilder) im

Marienhospital Stuttgart, Böheimstrasse 37

3.5. bis 5.6.2017, täglich geöffnet (im öffentlichen Eingangsbereich nahe dem Empfang, Hauptgebäude, Ebene M0)

Es gibt viele schlechte Nachrichten aus Afrika, unter anderem,  dass es in vielen Ländern südlich der Sahara schon lange nicht mehr ausreichend geregnet hat, um auch nur den Grundbedarf von Menschen, Tieren und Pflanzen zu decken. Selbst die Welthungerhilfe verfügt nicht mehr über nicht genügend Mittel, auch nur für eine Basisversorgung all der Hungernden aufzukommen. Deshalb die Widmung dieser Ausstellung an diesen Zweck. Als ich 2010 für ein halbes Jahr in einem auch damals schon von der Dürre betroffenen Gebiet in Ostafrika gearbeitet habe, war die Verteilung von Sorghumhirse durch die Welthungerhilfe eine grosse Hilfe. Wir hätten es nicht geschafft, all unsere extrem mageren Patienten von uns aus zu versorgen (für eine Chirurgin aus Deutschland hat es einen gewissen Grad an Grauen, Menschen zu operieren, die über kein Fettgewebe mehr verfügen).

Die Wärme, Freude, Lebenslust und Buntheit dieses grossen, zum Glück nicht nur gequälten, sondern auch wunderbaren Kontinents gibt es trotz allem und sie findet sich (nicht nur) in den Bildern wieder.

(Da das Krankenhaus keine Möglichkeit sah, eine Vernissage zu ermöglichen, gibt es diesmal keine).

Infos über die Arbeit der Welthungerhilfe unter http://www.welthungerhilfe.de