sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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Endlich eine Alternative zu Sudoku!

21 meiner bunten Vögel haben den Weg auf ein Memo-Spiel gefunden! Gerade frisch erschienen, kann man mit den 42 Kärtchen bunter als Sudoku je wäre, sein Hirn trainieren…Da ein vereinzelter Vogel ein bisschen traurig wäre, trägt es zudem den Titel „Einzeln sind wir Worte – Zusammen ein Gedicht“ (nach dem Wort von Georg Bydlinski).

ISBN 4 260661 763393, 16 Euro, Präsenz Verlag, erhältlich im Buchhandel und über den Verlag ( http://www.praesenz-verlag.com – hier kann man auch online schonmal eine Runde spielen! )

21 of my Birds are present now on a memory-game! Freshly published, there now is a colorful alternative for sudoku to train your brain.

Available where you can buy books: ISBN 4260661763393, 16 Euro


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Pause im Grünen – Little Break

Nicht, dass ich gerade Urlaub hätte, aber eine kleine Pause kann man immer mal wieder einschieben…

Not that I were on vacation – but a little break is always possible…


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Fragmente…

…noch ein Wort zum Nachdenken:

„Welche Heiterkeit kann daraus entstehen zu wissen, daß man nicht der Garant seiner selbst sein muß; daß man den Ganzen spielen kann in der Figur des eigenen fragmentarischen Lebens.“

(Fulbert Steffensky in „Der alltägliche Charme des Glaubens“, Echter 2002)


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Feder…

„Ich bin ein Mensch, der eine schöne Feder auf seine Handfläche legt und sie in die Luft bläst. Ich bin weder für die Schönheit der Feder verantwortlich noch für den Blick, mit dem andere sie sehen.“

(Fulbert Steffensky in seinem Buch „Der alltägliche Charme des Glaubens“ Echter 2002)


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Roadmovie 6 – Tod, Kamm und anderes…

Unterwegs in ärztlichen Notdienst. Heute fahre ich mit einem motivierten jungen Mädel, Praktikantin im Rettungsdienst. Gleich bei der ersten Patientin, die uns wegen unerträglicher Rückenschmerzen angerufen hat, gibt es eine Überraschung: noch sind wir nicht zur Haustür herein, ruft schon die Patientin energisch den Namen meiner Fahrerin. Aber, so zeigt sich, nicht diese ist gemeint, sondern die belgische Bulldogge, die sich gerade mit den scheinbar betörenden Düften unserer Arbeitshosen und Rettungsutensilien vertraut machen will. Nachdem der Hund sich grunzend in sein Körbchen vergezogen hat, ist die Behandlung der Rückenschmerzen gar kein Problem und schon bald kann es weiter gehen.

Der nächste Patient, ein knapp 40jähriger, ist bereits vor einer Woche positiv auf Covid 19 getestet worden, hat immer noch Fieber und jetzt auch Atemnot. Da er scheinbar kein großes Vertrauen in seine Deutschkenntnisse hat, tönt aus seinem Smartphone die energische Stimme eines Kollegen aus Norddeutschland, der mir sagt, was ich tun und lassen soll. Eigentlich habe ich den Patient bisher ganz gut verstanden, und jetzt möchte ich ihn erstmal untersuchen, während mir die Stimme aus dem Handy von einer angemessenen Paracetamol-Dosierung berichtet. Wir bitten den freundlichen Herrn um eine kleine Pause, damit die Lunge abgehört werden kann, mit meinen Schlußfolgerungen aus den Untersuchungen ist dann auch der Kollege aus der Ferne einverstanden. Der Patient gehört in die Klinik.

Dann bittet die Kripo um schnellstes Erscheinen. Eine Patientin hat sich auf dem Dachboden erhängt. Die Leichenschau soll zusammen mit mir stattfinden. Wir machen uns auf den Weg, leider ist der Weg lang, wir müssen zur entgegengesetzten Grenze des Notfallbezirks, ca. 30km sind zu fahren. Bei solchen Anforderungen mitten am Tag und mit 4 lebenden Patienten in der Warteschleife bin ich wenig froh. Eigentlich sollten wir ja zunächst nach den Lebenden sehen… Nach 20 Minuten Wegs wird uns über Funk mitgeteilt, die Leiche sei jetzt doch bereits ins Leichenschauhaus gebracht worden. Wir sollten bitte dort erscheinen. Gut, dass wir das Navi haben. Müsste man die Umwege alle noch mit der Karte auf dem Schoß austüfteln, würden wir vermutlich noch länger brauchen. Aber auch so dauert es länger als gedacht. Eine umfangreiche Baustelle erfordert eine großräumige Ortsumfahrung. Eine Stunde ist ins Land gegangen, bis wir endlich bei dem Bestatter ankommen. Die Kripo hat den Ort bereits verlassen. Auch der Bestatter hat bereits Feierabend, aber sein Vater, ein freundlicher alter Herr im Blaumann, ist noch zugegen. Die Verstorbene liegt im Kühlraum, und wie immer bei Suiziden bin ich bekümmert über die Endgültigkeit der Entscheidung dieses Menschen in seinem Nein zum Leben. Hinzu kommt, dass keinerlei Daten oder Papiere vorhanden sind, lediglich Name und Geburtsdatum stehen auf unserer Anforderung. Auch keine weiteren Informationen liegen vor, nahezu alles, was in die 6 Formulare des Leichenschauscheins eingetragen werden muß, fehlt. Wir versuchen einen telefonischen Kontakt zur Kripo, die Nummer ist jedoch gerade nicht besetzt. Dafür haben sich inzwischen 6 lebende Patienten in der Warteschleife gesammelt. Der ältere Herr sieht die Lage entspannt. Eigentlich, sagt er, ist es doch egal, ob wir jetzt oder am späten Abend die Blätter ausfüllen, er sei bei Bedarf vor Ort. Er habe seine Werkstatt hier. Ich beschließe, dem abendlich ablösenden Kollegen den Fall zu überlassen und mit der Versorgung der Lebenden fortzufahren.

Im Hinausgehen sehe ich einen 1m-großen Holzkamm an der Wand hängen. Oh ja, sagt der alte Herr, das sei seine Werkstatt, er stelle in Handarbeit Kämme her. Und er legt mir ein feines, in Kirschbaumholz gesägtes Exemplar, das leise nach Öl duftet, in die Hand. „Der ist für Sie!“ sagt er und strahlt.

Noch selten hat mich der Anblick von einem Kamm so gefreut. In einem solchen Dienst ein Geschenk wie dieses zu erhalten, ist ein besonderes Fest am Rande, eine der köstlichen kleinen Fluchten in den Zwischenzeiten der anstrengenden Arbeit zwischen Erwartungen, Not und Tod. Aber jetzt geht es erstmal weiter zur nächsten Patientin, die starke Schmerzen im bereits diagnostizierten Sprunggelenk hat und großen Kummer sowieso, weil gerade ihr Partner auf der Intensivstation verstorben ist. Beide sind bzw. waren an Covid19 erkrankt, und in Vollverkleidung schaue ich mir ihre Unruhe, ihre Trauer und den Fuß an und überlege mit ihr, wie sie heute abend ohne Schmerzen besser schlafen kann. Wir finden eine Lösung, und es kann weiter gehen. Auf dem Weg zum nächsten Patienten erreicht uns ein Anruf der Kripo. Man ist verärgert, dass ich die Leichenschauscheine noch nicht ausgefüllt habe. Wenn man wollte, könnte man jetzt ein paar Argumente zu meiner Verteidigung aufzählen. Ich werfe einen Blick auf den Kamm und den schönen Verlauf der Holzmaserung und die Freude schiebt den Zorn zur Seite.