sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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Wilma kommt

Das neue Buch ist da: drei ungewöhnliche Weihnachtsgeschichten für Erwachsene (und interessierte Kinder) von Rainer Haak mit meinen ziemlich bunten Illustrationen.

Ein Engel namens Wilma. Verlag am Eschbach 2018,

ISBN978-3-86917-637-6, 42 Seiten, 9 Euro

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Sketchbook Nairobi – 24 Kings

…in memory of the dancing and singing children in the advent celebration at Lighthouse Church Nairobi, at least 24, if not more…

In Erinnerung an die viel mehr als 24 singenden, tanzenden Kinder mit Kronen und anderem Kopfputz  in der Adventsfeier in der Lighthouse Church in Nairobi…


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Skizzenbuch/Sketchbook Kenia

Three kings and dau on Lamu (having been there on christmas, people indeed were dressed beautifully, even on the beach…).

Drei Könige und Dau auf Lamu (wenn man an Weihnachten dort ist und die festlich gekleideten Menschen am Strand bewundern kann, begegnet einem schonmal der eine oder andere König…).


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Joy to the world

Julie mag nach einem Sturz nicht mehr auf dem linken Bein auftreten. Ihre Mama besteigt gleich am naechsten Morgen frueh um 5 Uhr mit der Zweijaehrigen im Arm ein Motorradtaxi, um von Dandora nach Mathare ins Baraka Health Center zu fahren. Sie hat gehoert, dort soll die Behandlung gut sein. Zwar gehoert sie somit nicht zu unserer Zielgruppe, aber es wird niemand bei der Erstvorstellung einfach wieder weggeschickt. Vielmehr wird versucht, an die heimatnahen Institutionen zur Weiterbehandlung zu verweisen.

Vor Ort in Baraka, nach einer Runde geduldigen Wartens, werden sie von der Chirurgin zu dem naechstgelegenen Roentgeninstitut nach Kariobangi geschickt, auch dorthin muss man ein Motorradtaxi anheuern. Und dann auch dort noch ein Weilchen warten.

Am Nachmittag treffen die beiden wieder mit dem Motorradtaxi in Baraka ein und nach einer erneuten Wartezeit sieht die Chirurgin im Roentgenbild einen gut stehenden Bruch des Oberschenkelknochens.

Nun muesste man eigentlich (zumindest in diesem Kontext) Julie an beiden Fuessen in eine Extension haengen, so dass der Popo etwas in der Luft schwebt und das Koerpergewicht das Bein in einer guten Position haelt, dann wuerde der Knochen unkompliziert in wenigen Wochen geheilt sein. Aber das hiesse: Mama und Julie hingen wochenlang in der Klinik fest und muessten auch noch wochenlang dafuer zahlen. Was sie nicht koennen. Die preiswertere Alternative: ein Becken-Bein-Gips.

Eine Dreiviertelstunde, zahlreiche Gipsbinden, 4 Helfer, noch mehr Gebruell von Seiten Julies und eine Banane zum Trost spaeter sitzt das diffizile Kunstwerk mit Oeffnung fuer taegliche Beduerfnisse sowie  Quersteg zur besseren Stabilitaet. Alle Beteiligten wischen sich den Schweiss von der Stirn und die Gipsspuren aus Haaren und Haenden.

Nun kann man ein auf diese Weise eingegipstes Kind aber nicht einfach mit der Mutter wieder aufs Motorradtaxi zur Fahrt nachhause setzen. Nach einigem Hin und Her und miteinander Abwaegen wird beschlossen, dass die beiden vom Ambulanzfahrzeug nachhause gefahren werden, denn auch im vollgestopften Matatu ist ein liegender Transport ohne Gipsschaden zur abendlichen Hauptverkehrszeit nicht vorstellbar. Zudem muss noch eine andere sehr kranke Patientin in die gleiche Richtung gebracht werden.

Inzwischen ist es nach 17 Uhr, die Chirurgin hat inzwischen auch keine Lust mehr, am  achtspurigen Thika-Superhighway entlang nachhause zu laufen und faehrt mit, um auf dem Rueckweg dann bei der Doktors-WG auszusteigen. Dandora liegt allerdings in genau entgegengesetzter Richtung, so dass der Abend in dieser Hinsicht noch eine Horizonterweiterung bereithaelt. Wer bislang noch nicht wusste, was mit unserem ordentlich von einer Muellabfuhr woechentlich abgeholten Muell geschieht, sieht hier, wohin er reist: in Dandora liegt eine der groessten Muellkippen Kenias, seit ueber zehn Jahren ueberfuellt und dennoch weiter genutzt. In den Himmel wachsende Gebirge von Abfaellen tuermen sich hier am Horizont und schwelen vor sich hin. Eine Verbrennungsanlage gibt es nicht.  Dafuer aber viele Menschen, die in den Abfaellen noch das Verwertbare, ja, sogar Essbares suchen. Da scheint der von der Regierung stolz verkuendete Plastic-Ban als Schritt in eine umweltfreundliche Zukunft nur ein winziger Nebenschauplatz zu sein – offensichtlich warten auf den neuen alten Praesidenten noch weit groessere Herausforderungen.

Und endlich sind wir da und Julie’s Vater steht schon am Strassenrand im abendlichen Gewimmel, und das Strahlen von Julie, als sie den Papa entdeckt, laesst alle Muehen mit Gipserei und stundenlangem Hin- und Herfahren und der endlosen Warterei verblassen.

Inzwischen freut sich auch die Chirurgin  auf zuhause, aber was will man sagen angesichts des so muehsamen Lebens in dieser Stadt, das sich aller Orten optisch, olfaktorisch und auch sonstwie praesentiert, und doch haben alle Beteiligten immer nur gute Miene gemacht, kein Wort der Kritik oder der Ungeduld fallen lassen, nur Freundlichkeit und Schweigen am Rande, und so schweigt auch die Chirurgin auf dem Rueckweg, der wieder vorbei fuehrt an dem auch hier wuchernden Slum Korogocho, den unflaetigen Muellbergen, die den Menschen den Atem nehmen und durch das Gedraenge, den Laerm und die Dieselwolken, waehrend das Autoradio eine verjazzte Variante von ‚Joy to the world‘ spielt, eine der wenigen Spuren der Tatsache, dass in einigen Tagen Weihnachten ist. Inzwischen fragen sich auch die Kolleginnen, wo die Vierte abgeblieben ist und rufen an, aber es gibt wirklich keinen Grund zur Klage. Schon garnicht im Vergleich zu dem Tag, den Julie und ihre Mama heute hinter sich gebracht haben.

Mehr zum Projekt unter www. german-doctors.de


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Weihnachtskarten malen… painting christmascards

Da es hier und da „Verwerter“ gibt, die gerne neue Kartenmotive in ihr Programm nehmen, habe ich eine Portion „weihnachtstaugliche“ Bilder gemalt. Im Moment passt es ja auch schon eher in die Jahreszeit und das zugehörige Wetter, nicht wie sonst im Hochsommer, wenn die Weihnachtsbücher für das nächste Jahr geplant werden. Aber auch in diesem Fall ist die Umsetzung erst für nächstes Jahr gedacht…

Here and there publishers exist which are delighted to get a new painting for their christmascard-sortiment of next year. Usually the illustrations of children’s books for christmas of the following year are done in the hottest summer time. This time it fits a bit better…


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Neu erschienen – Just published

Im Spätsommer erscheinen erfahrungsgemäß die neuen Weihnachtsbücher… hier schonmal zum kleinen Einblick mein neuestes:

Weihnachtliche Reise um die Welt

Text: Katharina Mauder, Bilder: meine

Verlag Ernst Kaufmann Lahr, ISBN  978-3-7806-6290-3, 12,95 Euro

Luka wird vom Sternenmädchen Nayra zu einer nächtlichen Traumreise zu den Kindern in Australien, Mexiko, Österreich, Russland, Schweden, Südafrika, Philippinen und USA eingeladen und entdeckt, wie dort Weihnachten gefeiert wird…


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Streik

Die Feiertage der letzten Zeit sind eine gute Gelegenheit, Verwandte zu besuchen, durch die vielen  geschlossenen Health Care Facilities und jene mit eingeschraenktem Betrieb werden jedoch auch unzaehlige Erkrankungen verschleppt, die man eigentlich sofort haette therapieren muessen. Die Arbeitstage zwischen Weihnachten und Neujahr  wurden zusaetzlich verkuerzt, da die Regierung an Heiligabend ueber die Medien ankuendigte, auch der erste Werktag nach Weihnachten sei nun auch ein Feiertag (der aufmerksame Beobachter fragt sich, ob dies mit den im neuen Jahr anstehenden Praesidentschaftswahlen zu tun haben koennte?). Dieses elastische Zeitmanagement fuehrte zu allerlei Konfusion, da so kurzfristig nicht alle informiert waren. Insbesondere die gynaekologische Kollegin ist aergerlich, da sie bereits zahlreiche Patientinnen fuer den nun freien Tag einbestellt hat. Am liebsten haetten wir die Aermel hochgekrempelt und trotzdem gearbeitet, aber auch das einheimische Personal, das die Infrastruktur und somit den Gesamtbetrieb der Ambulanz gewaehrleistet, ist ja nicht da.

Als waere dies nicht genug, ist seit Anfang Dezember das kenianische Gesundheitspersonal am Streiken, da die Regierung mit den Lohnzahlungen im Verzug ist. Nachdem zunaechst nur die Aerzte in den staatlichen Krankenhaeusern streikten (darunter auch unsere Hauptueberweisungsadresse, das Kenyatta Hospital), sind es inzwischen solidarisch auch Healthworker und Pflegepersonal in anderen Kliniken. Patienten fahren, schwer krank, teilweise von Klinik zu Klinik, bis sie jemanden finden, der sie behandeln will oder kann. Wer nicht auf dem Weg gestorben ist, nimmt Schaden an der Zeitverzoegerung, denn es ist nicht ueblich, ein Notfallteam parat zu halten.

Die Daily Nation ist voller anklagender Berichte ueber werdende Muetter mit Risikoschwangerschaften, die ihre Kinder verloren haben, verwaiste Ehemaenner, akute unfallchirurgische Faelle, die nicht versorgt wurden, und dergleichen mehr. Die Gesundheitsversorgung im ganzen Land ist nachhaltig lahmgelegt.

Auch  viele Patienten, die sich an diesen Arbeitstagen in unserer Ambulanz draengen, haben ihre Leiden viel zu lange verschleppt. Seit drei Tagen luxierte Gelenke sind wesentlich schwerer wieder in die richtige Position zu bringen, Kinder mit Sichelzellkrise und einem Haemoglobinwert von 1  (normal waere ueber 10) hoffen wir gerade noch lebend als akuten Notfall einweisen zu koennen und dass sie auch aufgenommen und  behandelt werden – auf Frakturen wird tagelang herumgelaufen. Wir sind als Aerzte nun auch nicht mehr, wie in den letzten Jahren, zu sechst, sondern nur noch zu fuenft, was die Patientenzahlen pro Arzt erhoeht und die Arbeitszeit dehnt. Nachdem ich in den letzten Jahren neben meinen chirurgischen auch allgemeinmedizinische Patienten behandelt habe, bin ich in den letzten Tagen nur mit den chirurgischen gerade so fertig geworden. Und trotz allem: wie eh und je sind die Patienten geduldig und freundlich, keiner schimpft oder beschwert sich. Nach Ende der Feiertage wird nun, am ersten Arbeitstag nach Neujahr, der Hauptansturm erwartet: alle Reisenden kommen wieder nachhause und bringen Malaria und vielerlei anderes von „up country“ mit zurueck. Es wird nicht langweilig. Und die Ambulanzarbeit fuehlt sich so an, als waere man garnicht weg gewesen.

(Danke an Claudia fuer das tolle Foto!)

…mehr über das Projekt unter

https://www.german-doctors.de/de/projekte-entdecken/nairobi