sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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Malzeit!

Gerade bin ich zurück gekommen von 4 Tagen Malzeit, sprich ein bißchen genauer: von einer Einkehrtagung mit Malen im Evangelischen Kloster in Gnadenthal (nördlich von Frankfurt am Main). 13 TeilnehmerInnen hatten sich zu meinem Kurs angemeldet, das Wetter war dann doch wunderbar geworden zum Draußenmalen, obwohl bei der Anreise noch hier und da mit den Zähnen geklappert wurde…

Die Mischung aus den klösterlichen Tageszeitengebeten, Ruhe, Schweigen, Gespräch und den Pinsel im Takt der eigenen Themen tanzen zu lassen, ist, finde ich, lebensförderlich. Das viele Grün drumherum und Gutes zum Essen runden diesen Versuch, eine kleine Oase zum Aufatmen zu schaffen.

Über Auszeiten dort ist auf folgender Seite etwas zu finden: http://www.kloster-gnadenthal.de


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Macht zu die Tür? – Keep the door shut?

Eine Frauengruppe in einem schönen Hotel, irgendwo in Deutschland. Eine Woche Urlaub, es sich gut gehen lassen, sich auf Ressourcen besinnen, sich neu versichern. Auch malen. Wunderbare Bilder entstehen. Herrliche Farben, eine gute Basis, tiefgründig gebaut. Wahlsprüche, die tragen. Die Kursleiterin wagt es, eine Herausforderung einzubauen: ein Haus soll gemalt werden, zu zweit, das Raum hat für Viele. Auch für eine allein erziehende Mutter mit 3 Kindern aus einem Entwicklungsland. Und für ein Tier, denn der Zoo ist abgebrannt. Man darf aussuchen, was für eines, ob Taube auf dem Dach oder Nilpferd im Gartenteich.  Träumen ist erlaubt. Insbesondere auf dem Papier. Da ist ja alles möglich, keine Sparauflagen, keine Sachzwänge, Freiheit pur!

Betretene Gesichter. Eine der Frauen will nicht teilnehmen. Zweiergruppen finden sich zusammen. Stellen sich dann doch tapfer der Aufgabe. Die Kursleiterin staunt über die auf den Blättern entstehenden Gebäude. Fast alle Gruppen haben die Mutter mit Kindern ausquartiert in ein extra Haus. Eine Gruppe hat ihr gar eine Lehmhütte mit Grasdach neben die mitteleuropäische Häuschenreihe gestellt. Diskussionen über Abgrenzungen sind zu hören. Darf es in der Häuserreihe auch innen Verbindungstüren geben oder nur von aussen? Eine Gruppe malt einen Fussball für die Kinder, der im Garten benutzt werden kann. Die beliebtesten Tiere sind Vögel. An eine Raubkatze traut sich keiner heran.

Ist Malen gefährlich, fragt sich die Kursleiterin, dass nicht einmal auf dem Papier das Formulieren von Nähe möglich ist? Oder ist das die durchschnittlich-europäisch maximal erträgliche Nähe?

A group of ladies on vacation, somewhere in Germany, taking a good time to relax and rest in a beautiful hotel. Thinking about resources, getting life into a new and  vital order. Find a new Motto. And paint a bit. Beautiful paintings are made – colorful, much alive, well based on belief and a good attitude. The art-teacher on one day dares to set up a little challenge: a house has to be painted, that will be the home not only for the painters, but also for a mother with 3 children from a developing country and an animal from the burnt zoo – the painters may choose if it is as small as a dove or big like a hippo in the garden lake. Everything is possible on paper, there is space for dreams, pure freedom. 

The ladies are not amused. One doesn’t stay. They finally  take the challenge. The art-teacher, who is always moved by the beauty of the ladies‘ creativity, is surprised. Most of the ladies don’t invite the mother with her children into their dream-house, but build a separate one for them. Some even build a hut with a grass-roof for them, that stands beside the mideuropean little houses. Discussions about distance are heard. Should there be doors inside the houses that lead to the neighbor or is a door outside more than enough? Someone paints a football, that may be used in the garden. Most of the animals are birds.

Painting seems to be dangerous in some way, the art-teacher wonders. Even if it is only on paper, without any borders, where every dream is possible, there has to be so much distance to feel safe? 

 


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Am Meer mit (Skizzen-)Buch…

Eine kostbare Woche Meerferien. Ohne Arbeit nebenher. Was für ein Luxus! Im Gepäck das Skizzenbuch,ein paar Farbstifte (die alten Stummel – so passen 14 Farben in einen Kasten, in dem sonst nur 6 Platz haben, dazu ein Druckbleistift). Kein Radiergummi. Nebenher als Lektüre: ,Hochzeit des Lichts‘ von Albert Camus (geschrieben an einem anderen Meer) und die Biographie Joseph Beuys‘ von Heiner Stachelhaus.

Zeit, um an einem langen, weiten Strand auf und ab zu gehen, sich ab und zu ins Meer zu werfen, in Richtung der auf den Wellen glitzernden Sonnenpunkte zu schwimmen und den Wechsel von Licht und Farben zu bestaunen. Und sich hin und wieder an einer Skizze zu versuchen.

One week of vacation at the ocean. No work to do aside of being there. What a luxurious state of life. Of course I have taken my sketchbook, some coloured pencils (the old short ones, so that 14 colours fit into a box of 6). No eraser. And two books: ,Noces‘ by Albert Camus (who wrote this on another coast) and the biography of Joseph Beuys by Heiner Stachelhaus.

Time to stroll along the seaside, jump into the water every now and then to swim south in direction of the sunsparkles on the waves and to enjoy the change of light and color.  And to try some sketches…