sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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African Ladies – Judith, Guard

When Judith was 15 years old, she had to quit school, because one of her parents died. She married early and had twins as her firstborns and a boy next.  Though her husband is working in house construction, her contribution was also needed for the little family of five, and Judith started as a guard for a security service.

At 4.30 a.m. she leaves the house to walk the 90 minutes to reach her job, in the evening she comes home at 7.30 p.m. and she does this 7 days per week. She doesn’t see it as possible to take a single day off. Vacation? No chance. Her monthly payment: 90 Euros. Private dayschool for the twins is 120 Euros per month. When the children were little, Judith says, they called her „Auntie“, because she was home so seldom. By now, the twins are 8 years old and when Mom is not around they have to care for the little one, who just turned 3. 

„My family is my gift from god“, Judith says. In ten years, she hopes, there will be a better job for her, though she likes this kind of work quite much. From one of her colleagues she even could learn to make earrings and bracelets out of beads, that she can sell now. „I would like to be rich for the children.“  Yes, family is the most important thing in her life. 

(From all the pictures that we took inside and outside Judith chose this one: sitting in the little house at the entrance of her working area).

 

Als Judith 15 Jahre alt war, musste sie die Schule verlassen, weil ihre verwitwete Mutter  die Gebühren nicht mehr aufbringen konnte. Judith heiratete früh, es wurden Zwillinge geboren, und vor 3 Jahren noch ein Sohn. Obwohl ihr Mann im Baugewerbe arbeitet, wird für den Unterhalt der fünfköpfigen Familie auch ihr Einsatz gebraucht.

Zu ihrer Arbeit im Sicherheitsdienst bricht sie morgens um 4.30 Uhr auf und geht 90 Minuten zu Fuss zu ihrer Arbeitsstelle. Heim kommt sie abends gegen 19.30 Uhr.  Sie hat eine 7-Tage-Woche und sieht keine Möglichkeit, einmal frei zu nehmen. Urlaub gibt es keinen. Dafür erhält sie umgerechnet 90 Euro im Monat. Das ist schon fast der Betrag, der für das Schulgeld der Zwillinge aufgebracht werden muss: 120 Euro im Monat. Als die Kinder klein waren, erzählt Judith, haben sie „Tante“ zu ihr gesagt, weil sie so selten zuhause war. Heute sind die Zwillinge 8 Jahre alt und müssen sich um den Dreijährigen kümmern, wenn sie nicht da ist.

„Meine Familie ist ein Geschenk Gottes an mich,“ sagt Judith. In 10 Jahren wäre sie gerne an einer besseren Arbeitsstelle, obwohl sie die Arbeit als Security sehr mag. Von einer der Kolleginnen lernte sie die Herstellung von Ohrringen und Armbändern, die sie hin und wieder verkaufen kann.“Ich wäre gern reich um der Kinder willen“, meint sie. Ja, die Familie ist ihr das Kostbarste.

(Von all den Fotos, die wir drinnen und draussen gemacht haben, hat sich Judith dieses ausgesucht: hinter den Gittern im Eingangsbereich ihrer Einsatzzentrale).

 

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African Ladies – Martha, Clinical Officer

5.15 pm. The last patient just greeted and left the consultation room to start on her way home. Martha invites me on the visitor’s chair at her desk at Baraka Health Center. Through the open window the voices and music from the street are floating into the little room. 5 years ago Martha started her work as a clinical officer in one of Nairobi’s hospitals: for 2 years she worked in an HIV-program to prevent mother-to-child-transmission.

There always had been a passion of being active in the medical field, especially with children, for the daughter of a kenian banker and a secretary in civil service. Working in Baraka now is different from what she had first expected, Martha tells me. „It is more then I ever came across, but it’s not only sadness, it is also joy.“ She found a diverse community with different needs. And though it is not always easy she is glad to work here.

„Where do you see yourself in 10 years? Any dreams?“ I ask her.

Martha has indeed some plans: to open up a children’s home for the vulnerable, to build a school, even a hospital, to help educating children to a high level….To make her dreams come true, Martha is taking distant classes at Kenyatta University to become a bachelor in special needs education. She just finished her second year of four. And though she also is mother of a 5-year old daughter, she took classes in sign language to be able to translate for the deaf community at church.

„I love challenges,“ Martha says. And she wants to do her best with what she has and where she is. „Even if it is cloudy today, tomorrow might be a brighter day.“ Having worked with her during the last 5 weeks, it is easy to believe her.

17.15 Uhr am Nachmittag. Die letzte Patientin hat sich gerade aus dem Sprechzimmer verabschiedet und macht sich auf den Heimweg. Martha bittet mich an ihren Schreibtisch im Baraka Health Center. Durch das offene Fenster sind die Stimmen der Menschen auf der Strasse und flotte Musik zu hoeren,  Vor 5 Jahren startete Matha ihre Berufstätigkeit als Clinical Officer mit dreijaehriger Ausbildung (angesiedelt zwischen pflegerischer und ärztlicher Taetigkeit) in einem Krankenhaus in Nairobi: für 2 Jahre arbeitete sie in einem HIV-Programm mit dem Ziel, die Ansteckung von der Mutter auf das Kind zu verhindern. Immer gab es eine Leidenschaft für die Arbeit, besonders mit Kindern, im medizinischen Bereich für die Tochter eines kenianischen Bankers und einer Ministerialangestellten.

Die Arbeit in Baraka ist anders, als sie es erwartet hatte, sagt mir Martha. „Es ist umfangreicher, als ich es mir je vorgestellt haette, aber es ist nicht nur traurig, es gibt auch Momente grosser Freude.“ Sie fand eine vielschichtige Gesellschaft vor mit sehr unterschiedlichen Beduerfnissen. Und obwohl es nicht immer einfach ist, arbeitet sie gerne hier.

„Wo siehst du dich in 10 Jahren? Hast du Träume?“ frage ich sie.

In der Tat hat Martha Pläne: ein Kinderhaus zu eroeffnen, eine Schule zu bauen, vielleicht eine Klinik, aber vor allem in der Ausbildung von Kindern mitzuwirken.

Damit ihre Träume Gestalt annehmen koennen, hat Martha ein Fernstudium in Sonderpädagogik an der Kenyatta University begonnen und hat gerade das zweite von vier Jahren abgeschlossen. Und obwohl sie auch Mutter einer fünfjährigen Tochter ist, belegte sie Kurse in Gebärdensprache, um für die Gehörlosen in der Kirchengemeinde übersetzen zu können. „Ich liebe Herausforderungen,“ sagt Martha. Und sie moechte ihr Bestes geben, mit dem was sie hat und wo sie gerade ist. „Auch wenn es heute wolkig ist, koennte morgen ein hellerer Tag sein“, meint sie. Nach fünf Wochen Zusammenarbeit in Baraka glaube ich ihr gerne, was sie berichtet.