sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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Wort-Bild-(manchmal)Rätsel

Hin und wieder begegnet mir ein Gedicht, eine Wortfolge, ein Satz, und ein Bild entsteht in meinen Gedanken. Worte und ihre Kombinationen können spröde sein und Fangen oder Versteck spielen, Manches verlangt danach, eine ganze Weile bewegt, dann wieder zur Seite gelegt, dann wieder angeschaut, angehört, in Farbe umgesetzt zu werden…

Ich knüpfe mich an dich…

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Ich knüpfe mich an dich...

Ich knüpfe mich an dich,
ich weiß, ich würde schwanken.
Meine Belange, sie stapeln sich
vor dir; meine Ausweise, sie sind
abgelegt bei dir; und ich sammle:
deine Schnittstellen, deine
Vergegenwärtigungen.
Ich meine, ich bin eingefädelt;
doch ich weiß: Einmal muss ich
einknicken und kalt werden.
Man wird mich umziehen und
kämmen, mich frischhalten
und schließlich den Deckel
über mir schließen, eine Zeitlang
über mich sprechen, dann weniger.
Doch bin ich nicht eingefädelt,
auch in meiner Verwesung bin ich
nicht verknüpft? Was bedeutet mir
ein Leistungsausweis, stört mich
ein strapaziöser Kopf beim
Geschmack meiner Auferweckung?
Ich knüpfe mich an dich,
ich weiß, ich würde schwanken.

aus: Vera Schindler-Wunderlich: Dies ist ein Abstandszimmer im Freien
edition pudelundpinscher, Erstfeld 2012