sabinewaldmannbrun

Farbe. Linie. Sehen.


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Geburtstag?

Das Ei, an dem mein „Hofdichter“ und ich gerade brüten, ist eines für Geburtstage. In Leporelloform, mit guten Gedanken und Wünschen.

Vielleicht hat ja heute zufällig jemand Geburtstag? Daher erschient hier schonmal eine „Kostprobe“ (…und Lob. Und Tagesprojekt. Und Aufgabe. Ja, garnicht so einfach: bin ich dankbar für mich?):

Ein Tag ist dein Geburtstag / jedoch, was ist, was war,

was wird, das feiert weiter / mit dir das ganze Jahr.

Der Frühling schenkt dir Blumen / da reicht die Vase nicht

Der Sommer macht es hell dir / mit bestem Urlaubslicht

Der Herbst bringt süße Früchte / den Kuchen zu verziern,

Der Winter lässt die Hektik / ein Weilchen mal gefriern

Ein Tag ist dein Geburtstag / doch reicht kein Tag allein,

es, daß du lebst, zu feiern / dankbar für dich zu sein

(Hugo Ganslmayer, 2019)


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Malzeit, Kinder! – The abundance of the children’s colors…

Bei der Malaktion „Einzeln sind wir Worte, zusammen ein Gedicht“ (Georg Bydlinski) im Rahmen der Reichelsheimer Märchen- und Sagentage gab es viel zu sehen, zu malen und zu entdecken (und nicht nur für die Kinder). Die Stirnseite des Ausstellungsraums im Europäischen Jugendzentrum der OJC war für die Bilder der Kinder reserviert, und in jedem entfaltete sich eine Geschichte. Von bösen und guten Meerjungfrauen, von Tieren aller Art und Familien, Blüten, Vulkanen, Engeln, Feuerwehreinsätzen, schwarzen Löchern im All…. jemand fragte, ob ich denn Vorgaben gegeben hätte? Nein, denn ich glaube, mit Vorgaben wäre es nicht so herrlich bunt und vielfältig geworden! Und wirklich nicht ein(e) Einzige(r) hat Mühe gehabt, ein Thema zu finden.

Have a look at the busy artists in our workshop during the fairytale-festival in Reichelsheim last weekend! Over 150 children painted and sketched their dreams, stories and favourite people and animals. Beside the exhibition of my phantasybirds the children’s paintings were put up too and could be marvelled by the visitors (the pink lady in front of the children’s exhibition in the back is me).

Foto: Birte Undeutsch

 


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The power of hope – Kraft der Hoffnung

Herbst ist Erntezeit – und der neu erschienene Kalender „Kraft der Hoffnung“ für 2019 ist in gewisser Weise ein Erntedank meiner Entwurfstätigkeit der letzten 20 Jahre in der Paramentenwerkstatt Knotenpunkt in Backnang. Zwölf meiner Paramente, die in dieser Zeit entstanden sind, jeweils im Duett mit Worten von Dietrich Bonhoeffer – also einem, der nicht locker gelassen hat, was das Festhalten an der Hoffnung und dem „Wie es sein sollte“ angeht… Dieses festliche Gewebe aus Farbe und Wort ist beim Präsenz-Verlag erschienen und dort (und im Buchhandel) erhältlich (www.praesenz-verlag.com).

Autumn is harvesttime – and the newly published calender for 2019 is kind of a thanksgiving of my work for the „Knotenpunkt“- workshop for ecclesiastical textiles in Backnang, Germany. My most beautiful paraments of the last 20 years are combined with the words of Dietrich Bonhoeffer, who is indeed someone who was faithful with his hope and belief (available at praesenz-verlag.com and the common booktraders).


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Zeit/Time – Recycling…

Ein Stück festes Papier, ein Reststreifen vom Rand eines Aquarells, ein Fitzelchen von ausrangiertem Geschenkpapier, ein Wort, das für Kostbares steht und die Übersetzung, zum Merken…Daraus wird: eine Grusskarte!

A piece of good paper, folded, a leftover from the edge of a watercolorsketch, a tiny cut from wrapping paper, a word, standing for something precious, and the translation, to keep in mind…And this will be a card to be sent!


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Schrift und Wort / Calligraphy

Anlässlich eines Hochzeitsgeschenks (der Hochzeitsspruch sollte gestaltet werden) entstand nach einer Runde Jonglierens von Wort und Umraum diese Lösung (der Satz findet sich in der Bibel im Hohelied).

When I was asked to write a wedding-motto in beautiful letters, this was the result (after some time of trying to match space and writing)…


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Herbstsonett auf dem Bergrücken

(staunend, an den Schöpfer)

 

Moosig türmst Du Falten über Felsgestein,

tierhautähnlich schmiegt sich Wald an Buckelhöh’n.

Wasseradern willst ins Tal Du stürzen sehn

Wolkenflausch hüllt hier und da noch Kuppen ein.

 

Grauoliv und grüner Ocker, Grashaar, fein,

lässt als Wiesenpelz Du zwischeninnen stehn.

Käferuhren dürfen schwarz und rot sich drehn.

Braun behütet stehen Pilze, rau und klein.

 

Fährst mit zartem Finger Du durch Kaltgeröll,

linienziehend, spielend wie ein Riesenkind,

formt sich Erde, keimen Kraut und Gräserfell.

 

Baust mit Deinen Händen unser Erdgebind,

sprichst ein Wort und Nachtgestein wird augenhell.

Stein wird Erde, wo Dein Weg mit mir beginnt.

 

(ein Centovalli-Gedicht, entstanden in gemütlich gedehnten Stunden, mit Spass an dem Bastelprojekt der höheren Wortmathematik dieser Gedichtform).


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Poetin zu Gast II

Du ereignest dich in

meinen händen wenn

ich das herdfeuer im

kalten haus anzünde

 

du ereignet dich in

meinen worten wenn

ich dem stummbittenden

gast den abendfrieden

wünsche

 

du ereignet dich in

meinem inneren wenn

ich das Brot nicht nur

für mich behalte

 

Lore Reimer

(…manchmal sind nüchterne Zahlen wohltuend im grossen Hin und Her der Meinungen: bei 80 Millionen Deutschen und 1 Million Flüchtlingen kommt ein Flüchtling auf 80 Deutsche. Wenig, wie ich meine).

(Sometimes it does good to just check the relations in the wide discussion about our guests from other countries: if there are 80 millions of germans around and 1 million of fugitives arrive, there is only one fugitive meeting 80 germans. This is quite a small amount, I think…)

 


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Poetin zu Gast

was aber machen wir

mit dem Sturz in uns

mit dem fallen

das schwer an uns zieht

 

lösen wir uns

wie frühgrünes obst

aus säften

der sommerreife

 

halte handwarm

ein keimen unter uns

nimm unsre blässe

in deine erntesonne

 

dring durch

eigenwillig geschrumpfte

haut

leg ein

braunkörniges offen

 

hauch ein blau darüber

(aus: „was aber machen wir jetzt mit unserer schuld? 10 Sprechgesänge“ von Lore Reimer)


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Geburt unter Armutsbedingungen

Die Geburt – Hochrisiko (den hygienischen Bedingungen in einem Kuhstall geschuldet). Kein Gynäkologe weit und breit, der den Impfstatus oder die aktuellen Ultraschallergebnisse abfragen könnte. Eine Hebamme? Pustekuchen. Heisses Wasser und saubere Tücher? Wohl eher nur letzteres. Immerhin. Die Mutter: auf der Flucht. Der Vater ebenfalls. Und Schreiner von Beruf. Wusste der wohl, wie man eine Nabelschnur abbindet? Kein Bettchen von babylove oder yakoo. Lediglich ein Futtertrog für das Vieh. Und dann die ersten Besucher: wilde Kerle, vermutlich unrasiert, mit Schafaroma. Und dann die drei wohlhabenden Ausländer, einer schwarz, alle von sehr weit her. Sprachbarrieren: garantiert vorhanden. Das erste Weihnachten. Gott kommt als Kind auf die Erde. Die Umstände überzeugen mich. Er weiss, wie sich Armut und Flucht anfühlen.                                                     Ihr Lieben alle, ich wünsche Euch von Herzen Weihnachten

Giving birth under high risk circumstances – thinking about hygiene conditions in a stable. No gynecologist present to check the vaccination status or the last ultrasound results. A midwife? Nowhere. Hot water and clean sheets? Probably only the last. At least. Mother is a fugitive. Father also. And he is a carpenter. Would he have known how to cut the umbilical chord? No cradle. Just a feed box for cows. And then, the first visitors: wild guys, not shaved, with the odor of their sheep. And then those three guys from far away, rich, one of them black. Understanding of the spoken word not guaranteed. The first christmas. God comes to his world as a child. These circumstances have my high respect. God knows what poverty and insecurity feel like.                   Dear friends around the world, I wish you christmas in your heart!